RSS

Schlagwort-Archive: Spielleitung

Sapidas Geschichte

Vor Weihnachten habe ich auf dem Blog eine mehrteilige Geschichte online gestellt, deren Teile lose verbunden waren (wer sie nochmal in der richtigen Reihenfolge lesen will, weiter unten sind die Links).

Wer sich gewundert hat, warum ich eine so blutige und explizit den Tod beschreibende Geschichte geschrieben habe: Nein, ich fühle mich nicht zum Krimi- oder Thrillerautoren berufen. Die Geschichte ist im Rahmen eines Pen & Paper-Rollenspiels entstanden, und zwar eines sehr alten Spiels: Vampire – Die Maskerade. Das gibt es bereits seit den 90ern auf dem Markt, und der Liebste und ich haben uns vor Weihnachten entschieden, das Spiel für uns mal wieder aufleben zu lassen. Und zwar mit ihm als Spieler und mir als Spielleiter.

Meine erste Meisterrunde! Ich war und bin immer noch ziemlich aufgeregt, ob ich es schaffe, die Stimmung und Düsternis dieser Welt treffend zu beschreiben. Bisher spiele ich nur mit dem Liebsten, aber später sollen noch zwei Spieler hinzukommen.

Das, was ich online gestellt habe, war eine Zusammenfassung des Präludiums, also des „Vor-Spieles“. Gerade bei Vampire kann es sehr sinnvoll sein, sowas mit den Spielern zu spielen (möglichst mit jedem einzeln), damit diese die Gelegenheit haben, ihren Charakter richtig kennenzulernen – sich einzufinden. In dieser Variante haben wir uns sehr viel Zeit genommen, erst mal das Leben des Menschen zu bespielen. Mein Liebster hat sich eine junge Frau als Charakter ausgesucht, stammend aus einem sozial sehr schwachen Milieu, eine Kämpfernatur, die von einem Vampir den Kuss erhält (so nennt sich die Erschaffung eines Vampires), der aus einem Clan kommt, der sich eigentlich in erster Linie mit Geschäften und Finanziellem beschäftigt. Der Grund, warum sie ausgewählt wurde, ist sowohl dem Spieler als auch dem Charakter noch verschlossen. Ob es jemals ans Licht kommt, wird sich im Spielverlauf zeigen.

Vampire ist kein Heldenrollenspiel. Es geht nicht darum, eine Welt zu retten. Vampire sind Monstren, die versuchen, in ihrer eigenen Unsterblichkeit einen Sinn zu finden, Beschäftigung und Sicherheit. Und – und das ist das wichtigste – die meisten versuchen verzweifelt, die Reste ihrer Menschlichkeit zu wahren. Doch wie macht man das als fast gefühlloses Wesen, das die Jahrhunderte überdauern kann und alles Menschliche um sich herum immer und immer wieder von neuem zu Staub zerfallen sieht? Wie hält man die Bindung an eine Welt, an Werte aufrecht, die einem mehr und mehr entgleiten? Und – wie kommt man damit zurecht, dass man Menschen verletzten muss (physisch und psychisch), um zu überleben? Was bedeutet es, die Schlange am Busen der Menschheit zu sein?

Sapidas bzw. Anoushs Geschichte wird sich darum drehen. In welche Richtung sie geht, bleibt dem Spieler überlassen. So wie ich auch die Geschichten schrieb, die hier online stehen, aber mein Liebster sie spielte. Seine gespielte Version weicht von meiner geschriebenen ab, aber das macht nichts. Spielleiter müssen auf das reagieren, was ihnen ihre Spieler geben, und nicht auf ihrer eigenen Timeline bestehen. Soviel weiß ich schon.

Hier  gehts nochmal zum Anfang der Geschichte.

 
14 Kommentare

Verfasst von - 8. Januar 2015 in Pen-and-Paper-Rollenspiel, Stories, Vampire

 

Schlagwörter: , , ,