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Des Heilers neue Kleider – LARP-Näh-Projekt: Edelkleid

So, nachdem mein Nähtisch nun wieder frei ist, ist auch mein Kopf wieder offen für neue Projekte. Oder besser, für lang geplante Projekte – ich hatte die Liste ja schon Ende des letzten Jahres erwähnt.

IT-Hintergrund: Ich habe mir damals schon vorgenommen, meinen längstgespielten Larpcharakter mal ein bisschen zu erweitern. Sie ist Heilerin und Feldscherin, rutschte aber in den letzten Jahren auch in eine gewisse beratende Rolle hinein. Obwohl zurückhaltend und Fremden gegenüber eher ruhig, hat sie ein gutes Gespür für andere Menschen und vor allem einen gewissen Hang zum Fatalismus (Feldheiler halt), der ihr aber hilft, gewisse Situationen nüchtern und realistisch einzuschätzen („ja, werter Herr, gewiss folgen Euch die Männer in den Kampf, aber ich sage euch, dass sie es nur einmal tun werden. Die Orks sind in der Überzahl, und auch Heldenmut schützt Euch nicht vor der Gewalt ihrer Waffen. Wer auch nur einen einzigen Schlag mit so einer Axt erhält, wird in den nächsten Monaten kein zweites Mal für Euch streiten.“).

Nachdem sie also eigentlich ein eher pragmatischer Typ ist, hat sie in den letzten Jahren als Begleiter einen Ritter an ihrer Seite, der einem Orden angehört, der für den Schutz der Heiler im Feld sorgt. Durch diesen hat sie Kontakt in adlige Kreise bekommen (und weil ein paar Gruppenmitglieder ebenfalls in höhere Ränge aufgestiegen sind). Nun steht ein Besuch bei befreundeten Baronen an, und der Ritter hat der Heilerin zu verstehen gegeben, dass sie sich „was Ordentliches“ anzuziehen zulegen soll.

OT-Hintergrund: Ich will auch mal schicke Larpklamotte! *quengel*

Ideenfindung: Wie damals schon bei der Magierin erwähnt, bedeutet eine Gewandung im Larp immer mehr als „ist praktisch und hält warm“. Meine Heilerin kommt zwar ursprünglich aus gutem Haus, ist aber keine Adlige. Sie weiß sich dank ihrer Erziehung zu benehmen, führt aber seit über 15 Jahren das Wanderleben als Heilerin – und kämpfte immer wieder gegen Verleumdungen als Hexe. Entsprechend ist ihre Kleidung: Schlicht, unauffällig und vor allem praktisch. Erst ihre Gruppe, die sie vor über sieben Jahren traf, gab ihr ein Gefühl der Heimat und der Geborgenheit.

Das bedeutet: Das Kleid wird die Farben ihrer Gruppe/ihres Landes beinhalten: blau und weiß. Es soll edel sein, aber keinesfalls nach Adel aussehen. Da die mittelalterlich angelehnten Kleiderschnitte keinen großen Spielraum haben, muss die Verzierung so ausfallen, dass sie zwar schick ist, aber nicht nach „Reichtum!!!“ schreit. Also gibt es keine handgewebte Borte, keine Jaquardborte mit Gold- oder Silberfäden, keine Perlen oder Steine als Verzierungen an der Kleidung. Einzig das Innenfutter wird prächtiger und wird außerdem als Außenbeleg die Ränder des Obergewandes säumen. Der Stoff selbst ist allerdings etwas kostbarer (Damastmuster), um zu zeigen, dass das Kleid nicht billig war.

Das hier sind die Stoffe:

Stoff Edelkleid (2)

Farben:

  • weiß (also eigentlich ist es ein Altweiß, kein reines Weiß, das ist zu hart) für das eigentliche Kleid
  • gold: Futter
  • blau: Überkleid

Materialien:

  • altweißer und goldener Jaquardstoff (IT gilt das als Damast), Baumwolle mit Polyesteranteil (sind eigentlich Deko- bzw. Gardinenstoffe)
  • kornblumenblaues dünnes Leinen (reiner Naturstoff) in Leinwandbindung

Schnitt:

Unterkleid: „klassischer“ hochmittelalterlicher Bliaut-Schnitt mit Tütenärmeln und Seitenschnürung an beiden Seiten. Goldenes Futter im Ärmel und als Außenbeleg an Rocksaum und Ärmeln

Überkleid: ärmelloses Überkleid (ob mit Schulterstücken ist mir noch nicht abschließend klar), vorne kürzer, hinten mit leichter Raffung (hier wird einfach ein sehr großer Keil mittig eingesetzt, der dann Falten wirft). Stehkragen, Zierschnürung vorne, Taillienschnürung im Rücken. Alle Außenkanten mit Goldstoff belegt.

So soll das dann aussehen:

Kleid Scan

Ob die goldenen Belege tatsächlich so dick werden, ist noch in Frage. Ich muss sehen, wie das wirkt. Gleiches gilt für die „Mini-Ärmel“ des Überkleides. Vielleicht werden die auch blau, wenn der Stoff reicht.

Herausforderungen:

  • den Rapport der beiden Jaquardstoffe (die Richtung des Musters) beim Zuschneiden berücksichtigen, ohne zu viel Stoff zu verschwenden
  • den blauen Stoff sparsam zuschneiden
  • Schnürungen hinbekommen
  • Faltenwurf hinten richtig hinfuddeln
  • evtl. das blaue Kleid mit weißem Leinen füttern (könnte notwendig werden, um die Stabilität zu erhöhen, weil der Stoff so dünn ist).

Ach ja: zeitlicher Rahmen: Bis Ende März. *hust*

Lasst die Spiele beginnen.

 
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Verfasst von - 12. Februar 2015 in Liverollenspiel, Nähen

 

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Nähsession – der erste Einsatz!

So… der erste Live-Auftritt ist zwar schon wieder ein paar Tage her, aber die Zeit hat es im Augenblick einfach nicht zugelassen, die Bilder vorher online zu stellen.

Leider sind es nur Hofbilder, keine aus dem „Kampfeinsatz“, wie sie hier gewünscht wurden. 😉 Das kommt dann im Frühjahr. Und bis dahin hab ich direkt schon wieder einige verbesserungswürdige Punkte auf der ToDo-Liste. Mit dem Rock und der Corsage lässt sich nicht ordentlich kämpfen. Übers Atmen beschwere ich mich schon gar nicht…

Ausschnitt4 Ausschnitt3 Ausschnitt2 Ausschnitt1

Aber der Überrock/Gütel tut genau das, was er soll. Schwingen und gut aussehen. 🙂

Kleiner Überblick über die Nachbearbeitungliste (Deadline ist Ostern 2015, da ist die nächste Con mit dem Char):

– gefütterten Lodenmantel fertig verzieren und mit Schließen versehen (nicht im Bild)

– Federdeko für die Lanze (nicht im Bild)

– Miederbluse aus festem Stoff und Vliselinenfutter als Ersatz für die Corsage

– weitere Unterbluse mit Trompetenärmeln

– weite, weiße Hose und Überrock aus vier einzelnen Stoffbahnen als Ersatz zu dem schlichten Rock

Gut, dass ich nicht noch andere Projekte auf dem Tisch habe, etwa:

– Wollcuculle für meine Heilerin (Stichtag Anfang Dezember)

– Prunkkleid für meine Heilerin (Stichtag Juni 2015)

– 1-3 Auftragsarbeiten (hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich)

*seufz* Dann packen wirs mal an…

 
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Verfasst von - 28. Oktober 2014 in Liverollenspiel, Nähen, persönliches

 

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Der susepedias neue Kleider(stange)…

So, nachdem wir endlich den Vermieter erreicht haben und geklärt haben, dass der Liebste Löcher in die Kellerdecke bohren darf, haben wir endlich eine stabile Kleiderstange für unsere Larp- und Mittelalterklamotten. Das wollte ich Euch nicht vorenthalten. 🙂

DSCF0079

Wie man an den leeren Bügeln links sieht: Da fehlt ein ganzer Sack, denn ab morgen geht es für 9 Tage auf einen Mittelaltermarkt. Das heißt, etwa 50% der Kleidung fehlt hier.

Die Sachen, die da hängen, sind übrigens zum größten Teil selbst genäht (außer den Mänteln in der Ecke und den zwei Ballkleidern in der Mitte).

 
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Verfasst von - 25. September 2014 in Liverollenspiel, Mittelalter, Nähen

 

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Nähsession – der Zwischenstand

So, ich hatte ja vor einigen Wochen meine ersten Nähergebnisse hier gepostet, und natürlich möchte ich Euch das vorläufige Endergebnis nicht vorenthalten. Leider sind die Fotos nicht sooo super, und ich hoffe, nach dem ersten Live-Einsatz in drei Wochen gibt es dann etwas schönere zu zeigen.

Also, zunächst hier meine Magierin. Wer will, kann hier nochmal lesen, was meine ursprünglichen Gedanken zu der Gewandung waren. Und ich habe festgestellt: Leicht und luftig ist einfach nicht meins. Bekomme ich nicht hin. Der Gürtel (die Corsage ist gekauft) ist aus acht Stoffteilen, die jeweils aus drei Lagen bestehen, und echt sauschwer. Aber er fällt toll. *gnihihihi*

Magierin (1)

Die Farben der Gürtelteile sind identisch mit denen des Schulterüberwurfes. Also blau mit Federmuster und grauer Taft.

Magierin (2)

Was jetzt noch fehlt: Crinkle-Bluse schulterfrei (die macht mir dankenswerterweise Xenia, ich würde es zeitlich nicht schaffen) und ein blauer Wolllodenmantel mit geschlitzen Ärmeln, der mit weißem Baumwollstoff gefüttert wird (Loden kratzt nämlich ziemlich). Und ich muss mich sehr am Riemen reißen, den nicht auch gleich mit Außenbelegen und Borte aus dem Federstoff aufzuhübschen. Das kommt erst nach der ersten Con. Außerdem braucht der Schulterüberwurf noch einen Tasselverschluss, also zwei Knöpfe links und rechts und dazwischen eine Kordel.

Eine Kopfbedeckung ist im Larp essentiell: Je doofer der Hut, desto größer der Widererkennungswert des Charakters. Hier jedoch werde ich keinen Hut oder Kopftuch nutzen, sondern eine einfache silberne Tiara ohne Schnickschnack, die durch ein Haarteil mit weißen und grauen Federn ergänzt wird. Im Sommer als Sonnenschutz kann dann in die Tiara ein dünnes Tuch geklemmt werden. Zumindest ein bisschen luftig und fiedrig muss schon irgendwo sein. 😉

Als Schmuck kommen dann noch eine silberne Halskette und ein passender Handschmuck hinzu, die orientalisch angelegt sind.


Ein wunderbares Beispiel dafür, dass bei Gewandung ganz klar das Prinzip „je mehr Schichten, desto wow“ gilt, sieht man übrigens hier bei meinem Liebsten: Die Priestergewandung ist sehr schlicht geschnitten, der Stoff ist lediglich Leinen (und ja, es sind alte Bettlaken!) und wollweiße Wolle. Optische Highlights sind das goldene Futter und die goldene Borte.

Priester

So, das wars für heute. Abschlussbilder folgen dann beim ersten Einsatz. 🙂

 
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Verfasst von - 24. September 2014 in Liverollenspiel, Nähen

 

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Erste Ergebnisse

So, aufgrund des Wunsches einer treuen Followerin, hier die Bilder des ersten Kleidungsstückes:
IMG_1215-1.JPG

Hier das Detail „Stehkragen“ – was ein Gefuddel… aber ich werde es definitiv häufiger verwenden, sieht einfach zu gut aus. 😀

IMG_1216-0.JPG

Besonders cool finde ich dieses Federmuster. Den Stoff habe ich aus einen kleinen Stoffladen hier in der Innenstadt. Hab es bisher noch nirgendwo anders gesehen und finde es für den Luftaspekt ganz passend, denn es sind Federn, ohne dass es „tierhaft“ rüberkommt.

IMG_1219-2.JPG

Was hier noch fehlt, sind Knöpfe und Knopflöcher. Fortsetzung folgt. Als nächstes ist der Überrock an der Reihe…

 
 

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