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Glück gehabt

Uff. Einer meiner dicken Neuerungspunkte in 2016 ist ja der Jobwechsel, zu dem ich mich durchgerungen habe. Mehrere Gründe haben zu dieser Entscheidung geführt. Zum einen, dass mir die Arbeit immer weniger Spaß gemacht habe, da die interessanten Tätigkeiten Stück für Stück aus unserem Portfolio gestrichen wurden (und ich auch mit meiner neuen Teamleiterin nicht besonders gut harmoniert habe). Zum anderen aber auch, dass unsere Firma zwei Standorte hat – einen hier in GrößterstadtderRegion und einen in Millionenstadt, etwa 2h Autofahrt entfernt. Früher war unser Standort der größere, seit Jahren kehrt sich das langsam um. Und die Frage, wann der kleinere Standort zugunsten des größeren dichtgemacht wird, hängt hier im Büro seit Jahren immer wieder mehr oder minder offen damoklesschwertgleich über uns.

Ich hatte also die Wahl: Bleiben, bald Nachwuchs in die Welt setzen und danach – naja, als Teilzeitmami mit nur begrenzter Berufserfahrung entweder hier wieder anfangen oder – tja, was, wenn die Firma dann komplett nach Millionenstadt verlegt wurde? Versuchen, mit Kind nen neuen Job zu finden. Oder: Kinderplanung verschieben, jetzt nen neuen Arbeitgeber suchen, der auch Weiterbildungen anbietet und kräftig durchstarten.

Ich hab mich für letzteres entschieden. Meine Kollegen zu verlassen, fällt mir echt schwer. Und die Sorge, wie es beim neuen Arbeitgeber wird. Nette Kollegen? Vernünftige Arbeitszeiten? Spannende Aufgaben?

Am Monatg jedoch platzte hier die Bombe. Meine Abteilung besteht aus zwei Teams mit ingesamt 10 Kollegen. Montag nachmittag sah das ganze dann so aus:

2 Kollegen entlassen

3 Teilzeitkräfte müssen das Team wechseln

4 Kolleginnen können, wenn sie wollen, nach Millionenstadt an den anderen Standort wechseln – oder bis 2017 nen anderen Arbeitgeber suchen.

Uff. Ich bin raus. Grade noch rechtzeitig. Denn meine Arbeitsfelder werden komplett gestrichen – ich weiß nicht, ob ich, hätte ich nicht gekündigt, zu den 2 oder den 4 Kolleginnen gehört hätte.

Manchmal ist Karma ein Arschloch. Manchmal aber auch nicht.

 
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Verfasst von - 27. Januar 2016 in Allgemein, Arbeit, berufliches

 

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Morgen startet er…

der Beginn des geheimen Planes. Nominell nicht ganz, denn die ersten Erkundungen und Observierungen fanden bereits statt. Sorgfältige Vorbereitungen erfordert ein Coup, der möglichst vollumfassend gelingen soll. Am Ende soll keiner sagen, er habe das ja kommen sehen.

Ich nenne es „Projekt Aprilscherz“.

 
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Verfasst von - 22. Januar 2016 in Allgemein

 

Verruchte Werkbank

Nachdem Molly auf ihrem Blog eine hervorragende Blaupause für jede Art von Errrotikliteratur präsentiert hat, muss ich selbstverständlich die Chance ergreifen und dafür sorgen, dass ich einen Ruf im angesehenen Kreis der errrotischen Blogpostliteraten erhalte.

Für das tiefere Verständnis des grandiosen Werkes ist der Konsum der Vorlage unbedingt notwendig!


 

Es war Samstagabend und sie war allein in der Strumpfabteilung des Sanitätshauses. Im vorderen Ladenteil standen noch drei weitere Kunden, die von der einzigen, offenbar sehr genervten Verkäuferin bedient wurden.

Sie trug einen Jogginganzug, dem man ansah, dass er sicherlich noch nie das Joggen, aber sehr oft Fernsehsessions auf der Couch erlebt hatte, und welcher weder ihre zwei Buddys noch ihre Conzuela zu verdecken vermochte. Ihre 35 km langen, pflaumenblauen, heißverbrannten Haare verliehen ihr ein lüsternes Aussehen und er wusste sofort, dass er sie knattern würde.
Sein Prügel trommelte höflich-distanziert gegen den Stoff seiner Jeans.
Als sich ihre Blicke kreuzten, ging er zu ihr hin und sagte „Baby, bist du öfter hier?“ und sofort drehten sich die Lychees  ihrer Kuppen zu ihm wie sonnenbeschienene Knospen.
Sie gingen in die Einlagenwerkstatt und sie riß ihm Mütze und Unterhose, sowie seine Krawatte vom Körper, so unbändig war sie.
Er biß hinein und schüttelte sie perlend, aber voller Kommunikationsfähigkeit an ihren Stubaier Gletschern und an ihrem Rättchen.
Sofort wurde sie raureifbedeckt wie ein Angelteich.
Sie packte seinen Schlagstock und hüpfte 
seine Aubergine und rief „Chakka!“.
Dann nahm er sein bärtiges Kinn und streichelte damit ihre ausladende Hüfte.
Sie schnaubte und nahm ihr Schmuckkistchen und rubbelte damit seine Nase.

Dann füllte er seinen Projektleiter in ihre Kluft und schraubte sie steinhart und krachfest drei Minuten lang.
Sie flehte er solle sie hemmungslos und willig rammeln.
Sie schrie: “Ach du Scheiße, tut das weh!” und buckelte und sabberte einem Optimum entgegen, kurz bevor er und sein Commandante Grande mit einem zittrigen Pfeifen neben ihr in sich zusammenstürzte.


Hier findet ihr eine weitere Adaption der Geschichte von der Brüllmaus.

 

 
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Verfasst von - 21. Januar 2016 in Allgemein, Stories

 

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Halloween, Teil 7 (Ende)

voriger Teil: hier


 

„Tiger?“, erwidert der Polizist. „Hat der Tierpark nicht Tiger?“ Der Notarzt nickt. „Einen oder zwei.“ Abrupt greift der Polizist zum Handy. „Dann sollten wir überprüfen, ob das immer noch so ist.“

„Das gilt auch für den Zirkus Krone!“, ruft ihm der Notarzt noch hinterher. Dann wendet er sich an seinen Kollegen.

„Glauben Sie das wirklich?“ Der seufzt. Dann sieht er auf, denn es ist ein weiterer Wagen angekommen: ein Leichenwagen. Zwei Bestatter steigen aus und holen eine Bahre aus dem Kofferraum. Der Gerichtsmediziner führt seinen Kollegen am Arm zwei Schritte beiseite.

„Keine Ahnung. Das – oder ein tollwütiger Fuchs.“ Er blickt hinter sich. „Ein verdammt großer, tollwütiger Fuchs.“

Als die beiden beiseite gehen, hat Edward Zeit, sich den Toten anzuschauen – es ist selbst für ihn kein schöner Anblick. Der Mann dürfte mittleren Alters gewesen sein, gekleidet in eine altmodische  Jogginghose und -Jacke. Die Ballonseide der Jacke ist so zerrissen, dass einzelne Fetzen davon überall auf dem Boden herumliegen. Der Geruch nach menschlichem Blut umgibt den Leichnam wie eine dichte Wolke. Seine Arme liegen in einem eigenartigen Winkel neben seinem Körper, als wären sie ihm gebrochen worden, als er versuchte, den Angreifer abzuwehren. Der Hals des Opfers sieht am schlimmsten aus: Als wären ganze Stücke herausgebissen – und auf der rechten Seite kann er durch die weggerissenen Muskeln die freiliegende Schlagader sehen, aus deren tiefem Riss allerdings kein Blut sickert.

Als die beiden Bestatter ankommen, zieht er sich zurück. Da es hier nichts mehr zu beobachten gibt, richtet er seine Aufmerksamkeit auf den Sanka, auf dessen Stufen, in eine Decke eingehüllt, eine Frau sitzt. Ihr Gesicht ist vollkommen verquollen, ihre Haare aufgelöst. Auf ihrem Schoß sitzt ein kleiner Hund, den sie streichelt, während ein Polizist mit ihr spricht. Edward nähert sich behutsam dem Fahrzeug bis auf Hörweite.

„Nein, wie schon gesagt“, hört er die zittrige Stimme der Frau, „es ging so schnell … es sprang ihn an, und er schrie so fürchterlich, so fürchterlich … und ich schrie auch, und dann … ich weiß auch nicht, ich dachte, es würde mich angreifen“, sie schluchzt auf, „aber dann … dann …“ Sie zögert und scheint zu versuchen, sich zu erinnern, „es lief weg … wie gejagt.“

„Lief es vor Ihnen weg?“, fragt der Polizist, und er wirkt, als habe er die Frage schon dreimal gestellt, „oder vor etwas anderem?“

„Ich weiß es nicht … in einem Augenblick wandte es sich zu mir um, und dann … dann rannte es weg.“

„Im gleichen Augenblick?“ Sie schüttelt den Kopf.

„Nein, es war auf halbem Weg zu mir. Es … es …“, sie zögert, „es wollte mich töten …“

„Und was hat es dann zur Flucht bewegt?“, hakt der Beamte nach. Die Frau schlägt die Hände vors Gesicht.

„Ich weiß es nicht!“ schluchzt sie, „ich kann mich einfach nicht mehr erinnern!“ Sie beginnt, hemmungslos zu weinen. Der Beamte reicht ihr ein Taschentuch und berührt sie beruhigend an der Schulter.

„Sie waren sehr tapfer. Sie haben mir schon sehr geholfen. Ruhen Sie sich jetzt aus.“ Er winkt einem der Sanitäter, der sich daraufhin der Frau annimmt.

Hinter Edward wird plötzlich Gebell laut. Er dreht sich um. Drei Polizisten mit Schäferhunden nähern sich der Absperrung. Und der Hund, der ihm am nächsten ist, schlägt so abrupt an, dass Edward beschließt, es sei nun ein guter Zeitpunkt, sich zurückzuziehen.

Als er wieder den Bereich der Ringbrücke betritt, bleibt er stehen und ruft nach seinem Vogel. Es ist spät geworden, und er spürt die Nähe des Tages. Da er einen Zugang in den Grundpfeilern der Brücke kennt, macht er sich darum keine Sorgen. Er wird rechtzeitig in die Dunkelheit verschwinden können.

Da hört er plötzlich ein Geräusch, fast unmittelbar hinter ihm. Erschrocken wendet er sich um.  Eine Gestalt ist wie aus dem Nichts aufgetaucht. Sie kann nur aus dem oberen Bereich der Brückenpfeiler heruntergesprungen sein, sonst wäre sie ihm vorher aufgefallen.  Obwohl er nicht aus dem Schatten getreten ist, drückt er sich unwillkürlich an den kalten Beton. Doch die Gestalt nimmt ihn nicht wahr. Sie wendet sich zur Hirschau und beobachtet die Szenerie jenseits der Baumgruppe.

An der Silhouette, die durch eng anliegende Kleidung betont wird, erkennt er, dass es sich um eine Frau handelt. Doch irgendetwas scheint mir ihr nicht zu stimmen. Sie humpelt, als sie sich bewegt, und ihre Jacke sieht aus, als sei der linke Ärmel an der Schulter aufgerissen. Gerade als Edward überlegt, ob er bleiben oder gehen soll, dreht sie sich abrupt um und geht. Sie kommt bis auf wenige Schritte an ihm vorbei, und er kann ein Schaudern nicht unterdrücken: Trotz der dunklen Blutflecken auf der Jacke, die von Bisswunden am Hals stammen, und der durch eine tiefe Wunde aufgerissenen Wange würde er Susanne von Wittelsbach überall erkennen.


 

Hier endet dieser Geschichtenabschnitt vorläufig, denn meine Spielgruppe ist noch nicht nennenswert weiter gekommen. Aber ich freue mich über Spekulationen meiner Leser, das passiert sein könnte und wie es weiter geht. 😉

 
 

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Halloween – Alptraum, Teil 6

Zum vorigen Teil geht es hier


 

Hoch über ihnen fliegt in einem der Bäume kreischend ein Rabe auf. Anoush blickt nach oben und sieht, dass der Himmel merklich heller geworden ist.

„Wir müssen weg hier!“, flüstert sie Christoph zu. Der nickt; gleichzeitig sieht sie an seinem Blick, dass auch er darum kämpft, mit seinem Bewusstsein wieder in die Gegenwart zu gelangen.

Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm dieses Mal, die Böschung zu überwinden. Oben angekommen tritt Anoush hinaus auf den Weg und schaut sich suchend um; um diese frühe Uhrzeit ist eigentlich immer mit Fußgängern im Park zu rechnen, den ersten Joggern oder Hundebesitzern. Grade letztere wären im Augenblick eine Katastrophe, denn trotz des Wassers riecht Christoph noch immer fürchterlich nach Blut.

Doch im Augenblick ist alles ruhig. Sie stößt einen leisen Pfiff aus, und Christoph kommt zu ihr auf den Weg. Nach einem weiteren Blick nach hinten – noch immer blitzen die Blaulichter – gehen die beiden raschen, doch äußerlich ruhigen Schrittes zum P1 zurück.

Als der dunkle Wagen in ihr Blickfeld kommt, will Anoush vor Erleichterung am liebsten aufschluchzen. Gleich ist es geschafft.

„Einen schönen guten Morgen, die Herrschaften“, tönt es in diesem Augenblick an ihr Ohr, und fast genau vor ihr erscheinen gleichsam aus dem Nichts zwei uniformierte Gestalten, von denen eine einen Hund an der Leine führt. „Wir haben einen Zwischenfall in der Hirschau, ich muss Sie um Ihre Personalien bitten… Hey! Bruno, aus jetzt!“

In diesem Augenblick sieht Anoush, dass der Schäferhund sich fast stranguliert, während er wie ein Wahnsinniger Christoph verbellt. Knurrend und zähnefletschend versucht er, sich auf den Mann zu stürzen, der sich wie ein dunkler Schatten hinter ihr ausmacht. Und dann geht plötzlich alles blitzschnell.

In dem Augenblick, in dem die Aufmerksamkeit der beiden Polizisten auf ihren Hund gerichtet ist, spürt sie die Bewegung, die ihr Erzeuger hinter ihr macht, spürt sein Knurren mehr, als dass sie es hört, und von einer Sekunden auf die andere weicht der Hund jaulend und wimmernd zurück, springt hoch und ergreift die Flucht. Sein Herrchen ist zu überrascht, um auf den plötzlichen Rückzug des Tieres zu reagieren, und so pest der Hund mit eingezogenem Schwanz in den Englischen Garten davon. Fluchend rennt der Hundeführer hinterher.

Der zweite Polizist wendet sich ebenso überrumpelt wieder den beiden zu, und Anoush ergreift blitzschnell ihre Chance. Sie berührt den Mann an der Schulter, und als er daraufhin aufschaut, bohrt sie ihren Blick in seinen.

„Keine Ursache, wir sind doch gern behilflich“, sagt sie leise und eindringlich, mit einem fast hypnotischen Singsang in der Stimme, „aber jetzt sollten Sie mal lieber Ihrem Kollegen helfen gehen. Der Hund sah nicht gut aus.“

Der Polizist schluckt, nickt und verschwindet nach einem Gruß in die Nacht. Hinter sich hört Anoush ein leises Geräusch. Es könnte ein Lachen sein, aber auch ein Stöhnen.

„Gut gemacht, Kind“, bringt Christoph mühsam hervor.

Plötzlich fällt die gesamte Anspannung von ihr ab, und sie wird wahnsinnig müde.

„Jaja … komm jetzt. ich will endlich nach Hause.“

 

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Jahresende 2015 – Bilanz

Das alte Jahr hat nur noch wenige Stunden vor sich, dann ist es Geschichte. Zeit, auch hier auf dem Blog zurückzublicken und zu schauen, was passiert ist – innerhalb und außerhalb dessen, was Platz hier findet.

2015 war in vieler Hinsicht ein Jahr des Neuen, aber auch ein Jahr der Konsequenzen. Im Frühjahr hat mich das Buch von Nadja Herrmann – „Fettlogik überwinden“ erreicht und mein Verständnis vom Abnehmen und der ganzen Mythen rund um das Thema „Gewichtsabnahme“ extrem durcheinander geschüttelt. Der Liebste und ich, die wir uns ja im Winter entschieden hatten, den Stubaier Höhenweg zu wandern, nutzen das neue Wissen und machte uns fit für den Sommer – und er – typisch Mann, meine Güte – nahm mal eben 10 kg ab.

Der Stubaier Höhenweg war wundervoll, zeigte mir aber auch gnadenlos, dass Wandern nicht alleine von Fitness und Ausdauer abhängt, sondern auch von gesunden Kniegelenken. Bis heute schlage ich mich damit herum.

Das letzte Viertel des Jahres war von einem weiteren gesundheitlichen Tiefschlag geprägt: Mitte Oktober verspürte ich auf dem Weg zu einer Messe heftigen Schmerz in einer Wade. Eine befreundete Ergotherapeutin, die weiß, dass ich an Varizen leide, schickte mich per Whatsapp dringlich ins Krankenhaus. Und ihre Befürchtung stimmte: Ich hatte eine Thrombose. Zwar nicht in einer tiefen Vene, sondern nur in einer Muskelvene, aber das gute Stück war bereits 8cm lang. Also nehme ich seit Oktober Blutverdünner und muss derzeit durch den ganzen Analyse- und Laborkram, was ziemlich nervt. Sportliche Betätigung ist seitdem ziemlich Fehlanzeige. Im Januar bekomme ich dann die Gentestergebnisse und hab einen Termin bei einer Angiologin, mit der ich dann hoffentlich besprechen kann, wie das weitergeht. Es ist schon bitter ironisch, wenn man sich vornimmt, sportlicher zu leben und dann ein Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine geworfen wird  – vom eigenen Körper..!

Mein Liebster lernt fleißig für seinen Meister. Da seine Firma ziemlich spektakulär insovent gegangen ist, muss er sich außerdem parallel nach einem neuen Job umsehen, den er dann nach dem Meisterkurs angehen kann.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Ich habe es endlich geschafft, meinen alten Job zu kündigen und werde im April bei einer Mediaagentur anfangen. Sicher wird das stressiger als das bisherige komfortable Dasein, aber inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mir klar ist, dass Unterforderung und Langeweile auf der Arbeit schlimmer sind als die eine oder andere Überstunde.

Wie sich die neuen Jobs auf die Larpsaison auswirken werden, können wir noch nicht absehen. Aber manchmal geht das reale Leben einfach vor.

In diesem Sinne – kommt gut ins Jahr 2016!

 

 
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Verfasst von - 31. Dezember 2015 in Allgemein, persönliches

 

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Halloween – Alptraum, Teil 5

Schon nachdem er die ersten Meter in den Park gelaufen ist, bemerkt Edward am Himmel über der Hirschau ein blau blinkendes Lichtermeer. Was auch immer der Vogel beobachtet hat, es ist offensichtlich kein Geheimnis mehr. Edward flucht leise. Er fällt in einen unregelmäßigen, humpelnden Trab, denn die Hirschau ist ein paar Kilometer entfernt.
Als er unter der Brücke des Isarrings ankommt, nutzt er die Chance, mit dem Schatten zu verschmelzen. Er pfeift seinen Vogel zu sich.
„Lass mich sehen, was du siehst“, flüstert er leise. Mercutio trippelt erregt hin und her, doch er kennt den Befehl und weiß, was zu tun ist.
Edward wartet geduldig im Schatten der Brücke. Eine Baumgruppe mit dichtem Gebüsch darunter versperrt ihm die Sicht, doch sobald er ein Bild der Lage hat, kann ihm diese noch sehr nützlich sein. Er zählt jedoch im Augenblick drei Streifenfahrzeuge, einen Rettungswagen und ein fünftes Fahrzeug, das halb hinter dem Sanka verborgen und wahrscheinlich ein Notarztfahrzeug ist.
Als der Rabe zurückkehrt, ist dieser immer noch so aufgeregt, dass es schwer ist, aus seinem Gekrächze die relevanten Infos herauszuholen. Doch schließlich weiß Edward, was ihn etwa hinter den Bäumen erwartet. Er schickt Mercutio fort; der Vogel soll die Ausgänge des Englischen Gartens im Auge behalten, vor allem die an der Prinzregentenstraße, da dort um diese Uhrzeit Jogger und Hundebesitzer unterwegs sind.
Behutsam überquert er die Freifläche bis zu den Bäumen, doch seine Vorsicht ist unnötig. Niemand ist auf dieser Seite der Bäume, der ihn sehen könnte – wenn er ihn sehen könnte.
Langsam durchquert er das Gebüsch und sucht sich einen Platz, an dem er gut sehen kann. Der Platz rund um das Geschehen ist großzügig mit rot-weißen Banderolen abgesperrt. Die Polizisten sichern den Tatort und suchen nach Spuren. Edward hat oft genug die Arbeit der Polizei beobachtet, wenn mal wieder ein Mensch seinem Leben mittels einer U- oder S-Bahn ein Ende gesetzt hat. Interessanter ist der Notarzt, der sich gemeinsam mit einem in Zivil gekleideten Mann über etwas ganz in der Nähe des Gebüschs beugt. Als er sich dorthin bewegt, erkennt er, dass das nicht das mysteriöse Tier ist, von dem Mercutio berichtet hat, sondern das Opfer.
Das erste, was er sieht, ist, dass das Gras überall nass und rot ist. Der Radius und auch die Art, wie die beiden Menschen damit umgehen, lassen darauf schließen, dass derjenige nicht mehr am Leben ist. Nach kurzem steht der Notarzt auf. Während er sich die Kleidung richtet, fragt er:
„Was schätzen Sie, Herr Kollege?“ Der richtet sich ebenfalls auf.
„Nun“, antwortet er und nimmt dabei seine Brille ab, „wie schon vorhin gesagt: Ich bin genauso ratlos wie Sie. Wenn ich mir das so ansehe…“ Er zögert, sieht auf die Gestalt herab und hebt dann die Schultern. „Es sieht aus wie der Angriff eines Tieres.“
„Ein Tier?“, erwidert der Notarzt. „Sie denken dabei nicht an einen Fuchs, nehme ich an?“ Der andere, den Edward für einen Gerichtsmediziner hält, schüttelt den Kopf.
„Nein. Ich rede hier noch nicht mal von der Größenordnung eines Wolfes.“ Er zögert. „Ich war direkt nach meinem Studium für Ärzte ohne Grenzen in Sri Lanka. Das hier…“ Ein Polizist in Uniform tritt zu den beiden.
„Die Umgebung wurde abgesucht“, sagt er, „außer der Augenzeugin ist niemand hier. Aber sobald die Kollegen den Park abgeriegelt haben, kommen nochmal drei Hundeführer her. Die sind noch an den Eingängen.“ Edward fällt auf, dass der Mann versucht, den Blick auf den Toten zu meiden. „Und?“
„Die Art der Verletzungen spricht für einen Tierangriff“, widerholt der Gerichtsmediziner, „die Wunden sind lang, meist nebeneinander, aber gerissen, nicht sauber geschnitten. Ein Messer fällt aus. Und ich bezweifle, dass jemand mit einer anderen Waffe so einen Schaden anrichten kann – vor allem in der Kürze der Zeit. Und dann: Schauen Sie sich den Hals an. Das ist ein Bissschema. Außer der Angreifer hat sein Tun dadurch vertuschen wollen, indem er mit zwei abgebrochenen Bierflaschen Stücke aus dem Hals des Opfers gehackt hat.“ Der Polizist tritt unwillkürlich einen Schritt zurück und hebt abwehrend die Hände. „Genug, genug! Laut der Zeugin ging das Ganze auch sehr schnell. Und auch sie spricht von einem Tier… aber sie sagt, es wäre ein sehr großes Tier gewesen.“ Der Notarzt wendet sich wieder an seinen Kollegen:
„Was wollten Sie über Sri Lanka sagen?“ Der Angesprochene zögert unmerklich, ehe er antwortet: „Ich war in einer Gegend im Nationalpark. Wir hatten da einige Angriffe, deren Spuren ähnlich aussahen. Von Tigern.“

 
 

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