RSS

Archiv der Kategorie: Allgemein

Halloween, Teil 7 (Ende)

voriger Teil: hier


 

„Tiger?“, erwidert der Polizist. „Hat der Tierpark nicht Tiger?“ Der Notarzt nickt. „Einen oder zwei.“ Abrupt greift der Polizist zum Handy. „Dann sollten wir überprüfen, ob das immer noch so ist.“

„Das gilt auch für den Zirkus Krone!“, ruft ihm der Notarzt noch hinterher. Dann wendet er sich an seinen Kollegen.

„Glauben Sie das wirklich?“ Der seufzt. Dann sieht er auf, denn es ist ein weiterer Wagen angekommen: ein Leichenwagen. Zwei Bestatter steigen aus und holen eine Bahre aus dem Kofferraum. Der Gerichtsmediziner führt seinen Kollegen am Arm zwei Schritte beiseite.

„Keine Ahnung. Das – oder ein tollwütiger Fuchs.“ Er blickt hinter sich. „Ein verdammt großer, tollwütiger Fuchs.“

Als die beiden beiseite gehen, hat Edward Zeit, sich den Toten anzuschauen – es ist selbst für ihn kein schöner Anblick. Der Mann dürfte mittleren Alters gewesen sein, gekleidet in eine altmodische  Jogginghose und -Jacke. Die Ballonseide der Jacke ist so zerrissen, dass einzelne Fetzen davon überall auf dem Boden herumliegen. Der Geruch nach menschlichem Blut umgibt den Leichnam wie eine dichte Wolke. Seine Arme liegen in einem eigenartigen Winkel neben seinem Körper, als wären sie ihm gebrochen worden, als er versuchte, den Angreifer abzuwehren. Der Hals des Opfers sieht am schlimmsten aus: Als wären ganze Stücke herausgebissen – und auf der rechten Seite kann er durch die weggerissenen Muskeln die freiliegende Schlagader sehen, aus deren tiefem Riss allerdings kein Blut sickert.

Als die beiden Bestatter ankommen, zieht er sich zurück. Da es hier nichts mehr zu beobachten gibt, richtet er seine Aufmerksamkeit auf den Sanka, auf dessen Stufen, in eine Decke eingehüllt, eine Frau sitzt. Ihr Gesicht ist vollkommen verquollen, ihre Haare aufgelöst. Auf ihrem Schoß sitzt ein kleiner Hund, den sie streichelt, während ein Polizist mit ihr spricht. Edward nähert sich behutsam dem Fahrzeug bis auf Hörweite.

„Nein, wie schon gesagt“, hört er die zittrige Stimme der Frau, „es ging so schnell … es sprang ihn an, und er schrie so fürchterlich, so fürchterlich … und ich schrie auch, und dann … ich weiß auch nicht, ich dachte, es würde mich angreifen“, sie schluchzt auf, „aber dann … dann …“ Sie zögert und scheint zu versuchen, sich zu erinnern, „es lief weg … wie gejagt.“

„Lief es vor Ihnen weg?“, fragt der Polizist, und er wirkt, als habe er die Frage schon dreimal gestellt, „oder vor etwas anderem?“

„Ich weiß es nicht … in einem Augenblick wandte es sich zu mir um, und dann … dann rannte es weg.“

„Im gleichen Augenblick?“ Sie schüttelt den Kopf.

„Nein, es war auf halbem Weg zu mir. Es … es …“, sie zögert, „es wollte mich töten …“

„Und was hat es dann zur Flucht bewegt?“, hakt der Beamte nach. Die Frau schlägt die Hände vors Gesicht.

„Ich weiß es nicht!“ schluchzt sie, „ich kann mich einfach nicht mehr erinnern!“ Sie beginnt, hemmungslos zu weinen. Der Beamte reicht ihr ein Taschentuch und berührt sie beruhigend an der Schulter.

„Sie waren sehr tapfer. Sie haben mir schon sehr geholfen. Ruhen Sie sich jetzt aus.“ Er winkt einem der Sanitäter, der sich daraufhin der Frau annimmt.

Hinter Edward wird plötzlich Gebell laut. Er dreht sich um. Drei Polizisten mit Schäferhunden nähern sich der Absperrung. Und der Hund, der ihm am nächsten ist, schlägt so abrupt an, dass Edward beschließt, es sei nun ein guter Zeitpunkt, sich zurückzuziehen.

Als er wieder den Bereich der Ringbrücke betritt, bleibt er stehen und ruft nach seinem Vogel. Es ist spät geworden, und er spürt die Nähe des Tages. Da er einen Zugang in den Grundpfeilern der Brücke kennt, macht er sich darum keine Sorgen. Er wird rechtzeitig in die Dunkelheit verschwinden können.

Da hört er plötzlich ein Geräusch, fast unmittelbar hinter ihm. Erschrocken wendet er sich um.  Eine Gestalt ist wie aus dem Nichts aufgetaucht. Sie kann nur aus dem oberen Bereich der Brückenpfeiler heruntergesprungen sein, sonst wäre sie ihm vorher aufgefallen.  Obwohl er nicht aus dem Schatten getreten ist, drückt er sich unwillkürlich an den kalten Beton. Doch die Gestalt nimmt ihn nicht wahr. Sie wendet sich zur Hirschau und beobachtet die Szenerie jenseits der Baumgruppe.

An der Silhouette, die durch eng anliegende Kleidung betont wird, erkennt er, dass es sich um eine Frau handelt. Doch irgendetwas scheint mir ihr nicht zu stimmen. Sie humpelt, als sie sich bewegt, und ihre Jacke sieht aus, als sei der linke Ärmel an der Schulter aufgerissen. Gerade als Edward überlegt, ob er bleiben oder gehen soll, dreht sie sich abrupt um und geht. Sie kommt bis auf wenige Schritte an ihm vorbei, und er kann ein Schaudern nicht unterdrücken: Trotz der dunklen Blutflecken auf der Jacke, die von Bisswunden am Hals stammen, und der durch eine tiefe Wunde aufgerissenen Wange würde er Susanne von Wittelsbach überall erkennen.


 

Hier endet dieser Geschichtenabschnitt vorläufig, denn meine Spielgruppe ist noch nicht nennenswert weiter gekommen. Aber ich freue mich über Spekulationen meiner Leser, das passiert sein könnte und wie es weiter geht. 😉

 
 

Schlagwörter: , , ,

Halloween – Alptraum, Teil 6

Zum vorigen Teil geht es hier


 

Hoch über ihnen fliegt in einem der Bäume kreischend ein Rabe auf. Anoush blickt nach oben und sieht, dass der Himmel merklich heller geworden ist.

„Wir müssen weg hier!“, flüstert sie Christoph zu. Der nickt; gleichzeitig sieht sie an seinem Blick, dass auch er darum kämpft, mit seinem Bewusstsein wieder in die Gegenwart zu gelangen.

Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm dieses Mal, die Böschung zu überwinden. Oben angekommen tritt Anoush hinaus auf den Weg und schaut sich suchend um; um diese frühe Uhrzeit ist eigentlich immer mit Fußgängern im Park zu rechnen, den ersten Joggern oder Hundebesitzern. Grade letztere wären im Augenblick eine Katastrophe, denn trotz des Wassers riecht Christoph noch immer fürchterlich nach Blut.

Doch im Augenblick ist alles ruhig. Sie stößt einen leisen Pfiff aus, und Christoph kommt zu ihr auf den Weg. Nach einem weiteren Blick nach hinten – noch immer blitzen die Blaulichter – gehen die beiden raschen, doch äußerlich ruhigen Schrittes zum P1 zurück.

Als der dunkle Wagen in ihr Blickfeld kommt, will Anoush vor Erleichterung am liebsten aufschluchzen. Gleich ist es geschafft.

„Einen schönen guten Morgen, die Herrschaften“, tönt es in diesem Augenblick an ihr Ohr, und fast genau vor ihr erscheinen gleichsam aus dem Nichts zwei uniformierte Gestalten, von denen eine einen Hund an der Leine führt. „Wir haben einen Zwischenfall in der Hirschau, ich muss Sie um Ihre Personalien bitten… Hey! Bruno, aus jetzt!“

In diesem Augenblick sieht Anoush, dass der Schäferhund sich fast stranguliert, während er wie ein Wahnsinniger Christoph verbellt. Knurrend und zähnefletschend versucht er, sich auf den Mann zu stürzen, der sich wie ein dunkler Schatten hinter ihr ausmacht. Und dann geht plötzlich alles blitzschnell.

In dem Augenblick, in dem die Aufmerksamkeit der beiden Polizisten auf ihren Hund gerichtet ist, spürt sie die Bewegung, die ihr Erzeuger hinter ihr macht, spürt sein Knurren mehr, als dass sie es hört, und von einer Sekunden auf die andere weicht der Hund jaulend und wimmernd zurück, springt hoch und ergreift die Flucht. Sein Herrchen ist zu überrascht, um auf den plötzlichen Rückzug des Tieres zu reagieren, und so pest der Hund mit eingezogenem Schwanz in den Englischen Garten davon. Fluchend rennt der Hundeführer hinterher.

Der zweite Polizist wendet sich ebenso überrumpelt wieder den beiden zu, und Anoush ergreift blitzschnell ihre Chance. Sie berührt den Mann an der Schulter, und als er daraufhin aufschaut, bohrt sie ihren Blick in seinen.

„Keine Ursache, wir sind doch gern behilflich“, sagt sie leise und eindringlich, mit einem fast hypnotischen Singsang in der Stimme, „aber jetzt sollten Sie mal lieber Ihrem Kollegen helfen gehen. Der Hund sah nicht gut aus.“

Der Polizist schluckt, nickt und verschwindet nach einem Gruß in die Nacht. Hinter sich hört Anoush ein leises Geräusch. Es könnte ein Lachen sein, aber auch ein Stöhnen.

„Gut gemacht, Kind“, bringt Christoph mühsam hervor.

Plötzlich fällt die gesamte Anspannung von ihr ab, und sie wird wahnsinnig müde.

„Jaja … komm jetzt. ich will endlich nach Hause.“

 

Schlagwörter: , , , ,

Jahresende 2015 – Bilanz

Das alte Jahr hat nur noch wenige Stunden vor sich, dann ist es Geschichte. Zeit, auch hier auf dem Blog zurückzublicken und zu schauen, was passiert ist – innerhalb und außerhalb dessen, was Platz hier findet.

2015 war in vieler Hinsicht ein Jahr des Neuen, aber auch ein Jahr der Konsequenzen. Im Frühjahr hat mich das Buch von Nadja Herrmann – „Fettlogik überwinden“ erreicht und mein Verständnis vom Abnehmen und der ganzen Mythen rund um das Thema „Gewichtsabnahme“ extrem durcheinander geschüttelt. Der Liebste und ich, die wir uns ja im Winter entschieden hatten, den Stubaier Höhenweg zu wandern, nutzen das neue Wissen und machte uns fit für den Sommer – und er – typisch Mann, meine Güte – nahm mal eben 10 kg ab.

Der Stubaier Höhenweg war wundervoll, zeigte mir aber auch gnadenlos, dass Wandern nicht alleine von Fitness und Ausdauer abhängt, sondern auch von gesunden Kniegelenken. Bis heute schlage ich mich damit herum.

Das letzte Viertel des Jahres war von einem weiteren gesundheitlichen Tiefschlag geprägt: Mitte Oktober verspürte ich auf dem Weg zu einer Messe heftigen Schmerz in einer Wade. Eine befreundete Ergotherapeutin, die weiß, dass ich an Varizen leide, schickte mich per Whatsapp dringlich ins Krankenhaus. Und ihre Befürchtung stimmte: Ich hatte eine Thrombose. Zwar nicht in einer tiefen Vene, sondern nur in einer Muskelvene, aber das gute Stück war bereits 8cm lang. Also nehme ich seit Oktober Blutverdünner und muss derzeit durch den ganzen Analyse- und Laborkram, was ziemlich nervt. Sportliche Betätigung ist seitdem ziemlich Fehlanzeige. Im Januar bekomme ich dann die Gentestergebnisse und hab einen Termin bei einer Angiologin, mit der ich dann hoffentlich besprechen kann, wie das weitergeht. Es ist schon bitter ironisch, wenn man sich vornimmt, sportlicher zu leben und dann ein Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine geworfen wird  – vom eigenen Körper..!

Mein Liebster lernt fleißig für seinen Meister. Da seine Firma ziemlich spektakulär insovent gegangen ist, muss er sich außerdem parallel nach einem neuen Job umsehen, den er dann nach dem Meisterkurs angehen kann.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Ich habe es endlich geschafft, meinen alten Job zu kündigen und werde im April bei einer Mediaagentur anfangen. Sicher wird das stressiger als das bisherige komfortable Dasein, aber inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mir klar ist, dass Unterforderung und Langeweile auf der Arbeit schlimmer sind als die eine oder andere Überstunde.

Wie sich die neuen Jobs auf die Larpsaison auswirken werden, können wir noch nicht absehen. Aber manchmal geht das reale Leben einfach vor.

In diesem Sinne – kommt gut ins Jahr 2016!

 

 
6 Kommentare

Verfasst von - 31. Dezember 2015 in Allgemein, persönliches

 

Schlagwörter: ,

Halloween – Alptraum, Teil 5

Schon nachdem er die ersten Meter in den Park gelaufen ist, bemerkt Edward am Himmel über der Hirschau ein blau blinkendes Lichtermeer. Was auch immer der Vogel beobachtet hat, es ist offensichtlich kein Geheimnis mehr. Edward flucht leise. Er fällt in einen unregelmäßigen, humpelnden Trab, denn die Hirschau ist ein paar Kilometer entfernt.
Als er unter der Brücke des Isarrings ankommt, nutzt er die Chance, mit dem Schatten zu verschmelzen. Er pfeift seinen Vogel zu sich.
„Lass mich sehen, was du siehst“, flüstert er leise. Mercutio trippelt erregt hin und her, doch er kennt den Befehl und weiß, was zu tun ist.
Edward wartet geduldig im Schatten der Brücke. Eine Baumgruppe mit dichtem Gebüsch darunter versperrt ihm die Sicht, doch sobald er ein Bild der Lage hat, kann ihm diese noch sehr nützlich sein. Er zählt jedoch im Augenblick drei Streifenfahrzeuge, einen Rettungswagen und ein fünftes Fahrzeug, das halb hinter dem Sanka verborgen und wahrscheinlich ein Notarztfahrzeug ist.
Als der Rabe zurückkehrt, ist dieser immer noch so aufgeregt, dass es schwer ist, aus seinem Gekrächze die relevanten Infos herauszuholen. Doch schließlich weiß Edward, was ihn etwa hinter den Bäumen erwartet. Er schickt Mercutio fort; der Vogel soll die Ausgänge des Englischen Gartens im Auge behalten, vor allem die an der Prinzregentenstraße, da dort um diese Uhrzeit Jogger und Hundebesitzer unterwegs sind.
Behutsam überquert er die Freifläche bis zu den Bäumen, doch seine Vorsicht ist unnötig. Niemand ist auf dieser Seite der Bäume, der ihn sehen könnte – wenn er ihn sehen könnte.
Langsam durchquert er das Gebüsch und sucht sich einen Platz, an dem er gut sehen kann. Der Platz rund um das Geschehen ist großzügig mit rot-weißen Banderolen abgesperrt. Die Polizisten sichern den Tatort und suchen nach Spuren. Edward hat oft genug die Arbeit der Polizei beobachtet, wenn mal wieder ein Mensch seinem Leben mittels einer U- oder S-Bahn ein Ende gesetzt hat. Interessanter ist der Notarzt, der sich gemeinsam mit einem in Zivil gekleideten Mann über etwas ganz in der Nähe des Gebüschs beugt. Als er sich dorthin bewegt, erkennt er, dass das nicht das mysteriöse Tier ist, von dem Mercutio berichtet hat, sondern das Opfer.
Das erste, was er sieht, ist, dass das Gras überall nass und rot ist. Der Radius und auch die Art, wie die beiden Menschen damit umgehen, lassen darauf schließen, dass derjenige nicht mehr am Leben ist. Nach kurzem steht der Notarzt auf. Während er sich die Kleidung richtet, fragt er:
„Was schätzen Sie, Herr Kollege?“ Der richtet sich ebenfalls auf.
„Nun“, antwortet er und nimmt dabei seine Brille ab, „wie schon vorhin gesagt: Ich bin genauso ratlos wie Sie. Wenn ich mir das so ansehe…“ Er zögert, sieht auf die Gestalt herab und hebt dann die Schultern. „Es sieht aus wie der Angriff eines Tieres.“
„Ein Tier?“, erwidert der Notarzt. „Sie denken dabei nicht an einen Fuchs, nehme ich an?“ Der andere, den Edward für einen Gerichtsmediziner hält, schüttelt den Kopf.
„Nein. Ich rede hier noch nicht mal von der Größenordnung eines Wolfes.“ Er zögert. „Ich war direkt nach meinem Studium für Ärzte ohne Grenzen in Sri Lanka. Das hier…“ Ein Polizist in Uniform tritt zu den beiden.
„Die Umgebung wurde abgesucht“, sagt er, „außer der Augenzeugin ist niemand hier. Aber sobald die Kollegen den Park abgeriegelt haben, kommen nochmal drei Hundeführer her. Die sind noch an den Eingängen.“ Edward fällt auf, dass der Mann versucht, den Blick auf den Toten zu meiden. „Und?“
„Die Art der Verletzungen spricht für einen Tierangriff“, widerholt der Gerichtsmediziner, „die Wunden sind lang, meist nebeneinander, aber gerissen, nicht sauber geschnitten. Ein Messer fällt aus. Und ich bezweifle, dass jemand mit einer anderen Waffe so einen Schaden anrichten kann – vor allem in der Kürze der Zeit. Und dann: Schauen Sie sich den Hals an. Das ist ein Bissschema. Außer der Angreifer hat sein Tun dadurch vertuschen wollen, indem er mit zwei abgebrochenen Bierflaschen Stücke aus dem Hals des Opfers gehackt hat.“ Der Polizist tritt unwillkürlich einen Schritt zurück und hebt abwehrend die Hände. „Genug, genug! Laut der Zeugin ging das Ganze auch sehr schnell. Und auch sie spricht von einem Tier… aber sie sagt, es wäre ein sehr großes Tier gewesen.“ Der Notarzt wendet sich wieder an seinen Kollegen:
„Was wollten Sie über Sri Lanka sagen?“ Der Angesprochene zögert unmerklich, ehe er antwortet: „Ich war in einer Gegend im Nationalpark. Wir hatten da einige Angriffe, deren Spuren ähnlich aussahen. Von Tigern.“

 
 

Schlagwörter: , , , ,

Paris

Terror macht sprachlos

Terror macht Angst

Doch niemals, niemals darf er uns vergessen lassen, dass Angriffe auf unsere Freiheit uns stolz, trotzig, mutig werden lassen müssen. Nicht ängstlich, duckmäuserisch und schreiend nach mehr Kontrolle 

 
6 Kommentare

Verfasst von - 14. November 2015 in Allgemein, Gesellschaftliches, persönliches

 

Schlagwörter: , ,

Liebe besorgte Bürgerinnen und Bürger,

Geklaut von der Freidenkerin, die dies auch schon rebloggt hat. ich finde, es sollten noch viele, viele mehr tun!

Quelle: Liebe besorgte Bürgerinnen und Bürger,

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 12. November 2015 in Allgemein

 

Kalorienzählen vs. Weight Watchers

Dem einen oder anderen Leser mag es schon aufgefallen sein *hust*, dass ich im Augenblick sehr wenig blogge, und wenn ich es tue, dass es dann meistens um den Bereich Abnehmen, Fitness usw. ging.

Über den Hauptgrund hierfür habe ich bereits mehrfach hier geschrieben: Der Liebste und ich wollen im Spätsommer den Stubaier Höhenwanderweg in Angriff nehmen und dafür fit werden. Nachdem ich im Laufe von etwa 2 Jahren insgesamt bisher 23 kg abgenommen habe, haben wir mit einem moderaten Fitnessprogramm angefangen, um uns vorzubereiten. In dieser Situation stolperte ich über das Buch „Fettlogik überwinden“ von erzählmirnix aka Nadja Hermann, und war, wie schon viele andere Leser, vollkommen hin und weg von dem darin vermittelten Inhalt. Das Ganze hat mir (und auch meinem Liebsten) einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpasst, wir haben unsere Abnehm- und Sportziele nochmal ein wenig höher geschraubt und lernen gerade, wie viel Sport man doch so in seiner Freizeit unterbringen und (das ist mein persönlicher Durchbruch) wie viel Spaß das machen kann.

Ich habe das Buch bereits rezensiert *klick*, deswegen werde ich hier keinen Inhaltsüberblick mehr geben. Aber die Autorin bat mich, als ich ihr auf ihrem Blog erzählte, dass ich das Weight Watchers-Programm nutze und nun zusätzlich, sozusagen parallel mit „echtem“ Kalorienzählen angefangen habe, doch mal einen Vergleich zwischen beiden Systemen anzustellen und die einzelnen Vor- und Nachteile gegenüber zu stellen.

Also, here we go.

Philosophie

Ich glaube, zur Philosophie des Kalorienzählens muss nicht viel gesagt werden. Es gibt ungezählte Apps, die dabei helfen, den Grundumsatz zu errechnen und seine Kalorien im Blick zu behalten, sei es nun, um ab- oder zuzunehmen oder einfach, um seine Ernährung zu überprüfen. Grundsätzlich ist das System puristisch. Auch wenn es meist rund um Web- und App-Anbieter viel Online-Unterstützung in Form von Foren oder Blogs gibt, ist das ganze doch ein autonomes System, bei dem jeder einzelne entscheidet, wie viel „Sinn“ er dem ganzen System zurechnet – also ob es für ihn schlichte Überwachung physikalischer Vorgänge ist oder ob er es weiterhin mit Dingen wie „Hungerstoffwechsel“, „intuitives Essen“ oder „Süßigkeiten nur zwischen Mitternacht und ein Uhr früh bei Vollmond im Kopfstand an der großen Eiche essen“ umgibt.

Weight Watchers hingegen hat eine klare, eigene Philosophie. Die wichtigste, klar: Punkte- statt Kalorienzählen. Und, und das wird gerne mal vergessen: Weight Watchers ist eine Ernährungsumstellung, keine Diät. Das heißt, nach einer Abnahme ist die klare Empfehlung, weiterhin Punkte zu zählen und weiterhin auf seine Ernährung zu achten. Entsprechend viel wird in den Treffen und auch online vermittelt, was wirklich sinnvoll ist: Wie gesund ist Eiweiß, was für eine Rolle spielt Fett in der Ernährung, wie baue ich Bewegung in meinen Alltag ein usw.

Das Punktesystem lässt sich nicht direkt 1:1 auf Kalorien umrechnen, man kann also nicht verbindlich sagen, dass ein Punkt etwa soundsoviel Kalorien entspricht, denn es gehen noch andere Parameter in die Punkteermittlung ein, um die natürlich ein großes Geheimnis vonseiten Weight Watchers gemacht wird. Klar ist aber: Stark verarbeitete, kohlehydratreiche Speisen haben tendenziell mehr Punkte (Brot z.B.), Obst und Gemüse haben immer 0 Punkte (um die Leute zu motivieren, doch lieber die Banane als den Schokoriegel zu essen, auch wenn sie kalorientechnisch gleich sind). Ob das sinnvoll ist oder nicht, darauf gehe ich später noch ein.

Außerdem gibt es noch die sogenannten „Sattmacher“, das sind Lebensmittel, von denen man, wenn man Sattmachertage einlegt, so viel essen kann, wie man mag – bzw. wie man kann. Das sind sehr niedrigkalorische Lebensmittel oder solche, die sehr stark sättigen, also Obst und Gemüse, Magerquark, -Joghurt und -Milch, unverarbeitete Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis, Haferflocken  oder auch (ja!) Nudeln. Die Philosophie dahinter ist, dass man es einfach nicht schafft, ausschließlich mit diesen Lebensmitteln über seinen Verbrauch zu essen (auch hierzu weiter unten mehr).

Abgerundet wird das Ganze bei Weight Watchers durch Fit-Formeln, die einen erinnern, genug Obst und Gemüse, Wasser und Calcium zu sich zu nehmen. Viele interne Einstiegsprogramme, die dann eine oder zwei Wochen komplett essenstechnisch durchplanen, sind so angelegt, dass man ausreichend davon zu sich nimmt. Diese Fitformeln müssen auch eingehalten werden, wenn man nur Sattmacher isst, eben um zu verhindern, dass sich jemand ausschließlich mit Nudeln vollstopft – und hier wird auch ganz klar gesagt, wer sich mit Sattmachern einseitig ernährt, der wird auch nicht abnehmen – immerhin!

Alltagstauglichkeit

Weight Watchers ist ein Rundum-Sorglos-Programm. Wenn man 16,95€ monatlich berappt, bekommt man Zugang auf den umfangreichen Online-Content und die App. Für 39,95€ im Monat kann man zusätzlich jede Woche ein Treffen besuchen, bei dem gewogen wird (diskret natürlich!), man sich mit den Mitteilnehmern austauschen kann, das Wochenthema vom Coach vorgestellt wird (immer mit kleiner Broschüre mit passenden Rezepten) und man seine Fragen, Erfolge und Frustrationen teilen kann. Ich persönlich habe bis heute immer noch die Vollversion genutzt und muss sagen, dass mir der Rückhalt in der Gruppe enorm geholfen hat, einfach, weil in meinem Umfeld das Thema „Abnehmen“ kein Thema war (und immer noch nicht ist). Die Webversion des Programms beinhaltet auch ein großes Forum, das aktiv moderiert und genutzt wird, man kann einzelne Challenges machen und ein eigenes kleines Erfolgsblog führen. Im Grunde kann man sich hier die gleichen Infos und Motivationen wie bei den Treffen holen, nur eben ohne direktes persönliches Gespräch. Und man muss mehr selbst hinterher sein, die interessanten Infos und Kontakte zu bekommen.

Die App ist sehr gut durchdacht, sehr leicht zu bedienen und greift auch auf die Datenbanken der Webversion zurück (leider nicht immer ganz vollständig). Größtes Manko ist, dass die iOS-Version immer noch keinen Barcodescanner hat, was die Android-Versionen alle schon seit langem haben. Immerhin kann man seit neuestem nach Markennamen suchen, was die Suche erleichtert.

Als ich parallel mit dem Kalorienzählen begann, habe ich mich zuerst bei fddb angemeldet, weil das recht viele nutzen, die den Fettlogik-Blog verfolgen. Allerdings hat mich insbesondere die zugehörige App überhaupt nicht angesprochen, ich fand sie extrem unübersichtlich und „sperrig“. Also wechselte ich zu Myfitnesspal, das vom Design her mehr an die Weight Watchers-App erinnert und insgesamt etwas intuitiver gestaltet ist (beide Apps sind kostenlos). Großes Plus hier: Man kann sehr einfach eigene Rezepte speichern und seinen Freunden Zugang zum eigenen Tagebuch gewähren – sehr praktisch, so muss beim gemeinsamen Essen immer nur einer „Protokoll führen“, und der andere kann die Daten aus dessen Tagebuch übernehmen. Für mich ein unfassbares Plus ist die erstaunlich präzise Barcode-Scannerfunktion, die in etwa 95% der Fälle die Produkte korrekt erkennt, was ich wirklich beeindruckend finde, da die Datenbank vor allem auf den Eingaben der User basiert. Kleines Manko: Wenn man nur einzelne Stichpunkte eingibt, kommt man sehr oft in den Bereich der Ergebnisse aus dem internationalen Bereich, in dem die Maßeinheiten dem amerikanischen System folgen.

Aktive Contentnutzung

Hier kann ich nur über meine eigenen Erfahrungen sprechen, die natürlich dadurch etwas verschoben sind, als dass ich die Dienste von Weight Watchers sehr viel länger genutzt habe als die von Myfitnesspal. Wie schon erwähnt, haben beide Betreiber einen sehr umfangreichen Webcontent, wobei bei den Inhalten von Myfitnesspal der Fokus auf der Fitness – also persönlichen Trainings – sehr viel größer ist als bei Weight Watchers. Die Aufmachungen der Seiten sind gar nicht mal so unähnlich, wobei Weight Watchers etwas professioneller aufgemacht ist, vor allem, da es dort keine Übersetzungspannen gibt – aber im Ernst: Das erwarte ich auch bei einem Portal, für das ich bezahle.

Bei Weight Watchers habe ich sehr ausgiebig Gebrauch von der Rezeptdatenbank gemacht, weil die Rezepte lecker sind und vor allem die Punkte schon im Vorfeld ausgerechnet waren. Wenn ich eigene Rezepte gekocht habe, musste ich immer alle Zutaten einzeln in die App eingeben, denn Rezepterstellung funktioniert nur auf der Website – und das dann ohne Barcodescanner, das war teilweise schon sehr zeitraubend.

Myfitnesspal nutze ich eigentlich ausschließlich zur Kalorien-, Nährstoff- und Sportkontrolle, der weitere Content der Website interessiert mich nicht groß, solange ich mit der App alleine zurechtkomme, was aufgrund der einfachen Rezepterstellung bisher der Fall ist. Einziger Pluspunkt der Webversion des Tagebuches im Unterschied zur App-Version ist, dass man automatisch auf der ersten Seite nicht nur sein Kalorienbudget im Blick hat, sondern auch direkt sieht, wie nah man in den Bereichen der Makronährstoffe (und Natrium) schon seinem Tagesziel gekommen ist – was für mich im Bereich Eiweiß extrem wichtig zu wissen ist.

Effektivität

Die Frage nach der Effektivität ist schwer zu klären, weil ich das eine Programm schon so viel länger nutze, und damit die objektive Abnahme mittels Weight Watchers viel, viel höher ist. Tatsächlich habe ich seit der Nutzung von Myfitnesspal (seit 22.5.) grade mal 1,3 kg abgenommen (gut, es waren schon glatte zwei, derzeit kämpfe ich wahrscheinlich mit Wasser), was bei einer angepeilten Wochenabnahme von 500g etwas wenig ist – eigentlich sollten es drei sein, und zumindest laut App war ich jetzt nicht regelmäßig über meinem Kalorienziel. Allerdings sind einige Phasen (Kongresse, lange Cons) nicht von mir kalorientechnisch kontrolliert worden und insofern wahrscheinlich die Punkte der erhöhten Kalorienzufuhr. Noch bin ich also guter Hoffnung, zumal sich mit der Weight Watchers-App seit Mitte letzten Jahres im Prinzip gar nichts mehr getan hat – und ich inzwischen auch eine Vermutung habe, woran das liegt.

Noch muss ich aber weiter abwarten, wie gut ich mich mit der Kalorienzählerei einpendeln kann – evtl. rechne ich derzeit meine sportliche Betätigung auch zu großzügig an, da wird mir hoffentlich in der Zukunft ein Fitnesstracker gute Dienste leisten, der meine Herzrate überwacht und damit den Kalorienverbrauch effektiver ermitteln kann.

Offene Punkte

Ich habe ein bisschen Probleme damit, diesen Punkt hier als „Fazit“ zu kennzeichnen, denn wie gesagt, bei einem Fazit bin ich noch gar nicht angelangt, vor allem, was das reine Kalorienzählen  angeht.

Interessant finde ich, dass sich mein Blick auf Weight Watchers verändert hat, seit ich das Fettlogik-Buch gelesen habe. Ich habe bis dahin Weight Watchers für das perfekteste Programm auf dem Markt gehalten, was Abnahme angeht, aber nach dem Lesen des Buches festgestellt, dass auch das Programm voller Fettlogiken steckt. So wird zum Beispiel dringendst dazu geraten, immer ein Frühstück zu sich zu nehmen, und es wird eine Mindestpunktanzahl für den Tag angegeben, die man nicht unterschreiten darf, weil man sonst in den „Hungermodus“ fällt. *gaaarg*

Außerdem ist mir sehr negativ aufgefallen, dass zwar viel Wert darauf gelegt wird, die Leute zu sportlicher Betätigung zu ermuntern, aber die Proteinaufnahme nicht protokolliert wird. Zwei bis drei  Portionen Calcium am Tag sollen es sein, aber da geht es wirklich um Calcium, nicht um Protein an sich. Das halte ich, nach allem, was ich inzwischen weiß, für ziemlich schlecht bzw. fast schon gefährlich. Grade, wer viel über Sattmacher arbeitet, neigt dazu, mehr „high carb“ und obst-/gemüsereich zu essen (insbesondere, wenn es auch noch ein Vegetarier ist), und kann sich in einen richtigen Mangel reinmanövrieren.

Auf der anderen Seite unterstützt der ansonsten nachhaltige Ernährungsansatz eigentlich schon sehr eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung. Kalorienzählen birgt die Gefahr, sich ungesund zu ernähren und nur auf die Kalorien zu schauen. Dieses Problem ist bei Weight Watchers geringer, wenn die App richtig angewendet wird. Trotzdem kann natürlich bei beiden Programmen der User sich und die Apps austricksen – aber die Gefahr ist natürlich immer gegeben.

Durch die Beschäftigung mit den Kalorien bin ich zu guter Letzt auch auf das Geheimnis gestoßen, warum ich mit Weight Watchers am Ende nicht mehr angenommen habe: Die Defizite sind sehr klein, weil man ja nicht unter seine Mindestpunkte kommen darf, die in etwa 1300 kcal entsprechen – wenn ich dann noch ein paar Punkte aus dem frei verfügbaren Wochenbudget (also dem „Puffer“) nehme, bin ich ruckzuck verdammt nah an meinem Grundumsatz, und dann war‘s das mit einer sichtbaren Abnahme in der Woche. Noch schlimmer wird es, wenn ich viel Obst esse (wie um diese Jahreszeit zum Beispiel), das aber im Programm keine Punkte hat – da werden mal schnell mehrere hundert Kalorien am Tag unterschlagen. Abnahme adé! Die App bzw. die Online-Anwendung erlauben auch nur das Tracken von wöchentlichem Wiegen, da bekommt man keinen Blick für Wasserschwankungen.

Ein richtig gefährlicher Punkt sind für mich die Sattmacher am Weight Watchers-Programm: Diese beliebige Essen von niedrigkalorischen Lebensmitteln kann sinnvoll sein, wenn jemand noch ein natürliches Sättigungsgefühl hat. Ist das nicht der Fall, oder ist er gar ein emotionaler Esser, dann sind die Sattmachertage schnell richtig, richtig kritisch. Ich z.B. habe als Kind „gelernt“, dass es einem nach einem „Trösterchen“ wieder besser geht. Was mache ich also, wenn ich mich mit Sattmacher-Haferbrötchen überfressen habe? Richtig, ich esse noch ein Stück Obst/einen Löffel Joghurt/noch ein Haferbrötchen, weil es mir dann ja besser gehen muss. Danach bin ich natürlich noch überfressener und der Bauch tut noch mehr weh. Was mache ich dann…? Dreimal dürft ihr raten… Ist vollkommen bescheuert, das ist mir klar, aber trotzdem nicht immer konsequent zu umschiffen.

Da der ganze Artikel jetzt über einen etwas längeren Zeitraum geschrieben wurde, hier der aktuelle Stand: Bei Weight Watchers bin ich inzwischen auf die reine Online-Mitgliedschaft umgestiegen. Mein Liebster und ich nutzen beide Myfitnesspal und versuchen, bis September beide auf 72kg zu kommen. Momentan liegt er vorne, weil er einfach viel schneller abnimmt. Männer… *seufz*

 
9 Kommentare

Verfasst von - 8. Juli 2015 in Allgemein

 

Wieder da

So, nach herrlichen zweieinhalb Wochen Urlaub ist es an der Zeit, dass auch hier auf dem Blog wieder mehr passiert. Denn während ich das erste Weihnachten im neuen, gemeinsamen Heim mit dem Liebsten verbracht habe, ist die Welt nicht stehengeblieben. Pegida, IS, Schiffs- und Flugzeugunglücke – es wäre schön, wenn die ganze Welt zwischen den Jahren innehalten könnte. Doch das ist Wunschdenken.

Gutes Essen, knisterndes Kaminfeuer, viele Bücher, stimmungsvolle Rollenspielabende – der Urlaub war wie aus dem Bilderbuch. Und ich habe es geschafft, mich kein einziges Mal an den Rechner zu setzen. Aber der Alltag ist wieder da, und auch mein Bürostuhl hat mich wieder. Immerhin – mit dem Rückwurf in die Realität wird sich hier auch wieder mehr tun.

Ich hoffe sehr, ihr hattet eine gute, ruhige Zeit, ob mit Familie oder ohne, und konntet ein wenig innehalten und ausspannen. Und vielleicht einige Pläne für das kommende Jahr fassen. Ich wünsche euch allen einen guten Start ins Jahr 2015!

Herzlichst

susepedia

 
6 Kommentare

Verfasst von - 7. Januar 2015 in Allgemein

 

Blogempfehlung: raussicht

Eine Freundin von mir ist von einer beeindruckenden Reise zurück: Vier Wochen mit dem Schiff in die Antarktis! Und da sie nicht nur sehr gut schreiben, sondern wirklich begnadetete Fotos schießen kann (auch wenn sie ihr Licht immer wieder unter den Scheffel stellt), ist ihr Blog gerade ein Sammelsurium von phantastischen Naturaufnahmen, die gut und gerne aus Reportagen stammen könnten.

Sie ist noch im Aufarbeiten der Reise und stellt die Stationen peu a peu online.

Hier geht es zu ihrem Blog.

Viel Spaß beim Lesen!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 9. Dezember 2014 in Allgemein

 

berufliche Dreistigkeiten

Ich bin nicht immer zufrieden und glücklich mit dem Job, den ich mache, um Geld zu verdienen (das ich dann in Stoffballen investiere), aber im Großen und Ganzen ist er okay. Vor allem habe ich tolle Kollegen, und die typischen Bürogeschichten um unfähige Chefs und fiese Kollegen sind mir bisher gottlob fremd geblieben.

Neuerdings habe ich aber diesen einen Kollegen… er war jahrelang freier Mitarbeiter und in dem, was er tat, extrem gut. Zum neuen Semester haben wir ihn festangestellt. Parallel kam ein neuer Marketing Director, der sehr viel an unserem externen Auftritt geändert hat (und alles gleichzeitig, es ist schon mitunter anstrengend), und unser lieber Herr Y. hat seine liebe Mühe, sich an den neuen Auftritt zu gewöhnen. Sprich: Er ruft mich an und jammert, wie anstrengend doch jetzt alles ist – alles. Immer. *seufz* Dass der gute Mann nen höheren Stundenlohn bekommt als 50% der Belegschaft, weil wir den anstrengenden Rumreisejob angemessen honorieren wollen, sei da nur am Rande erwähnt.

Heute ruft er mich an (zum dritten Mal, eine Aktion in den Niederlanden hatte nicht so geklappt, wie wir das wollten) und erzählt mir, dass er sich auf einen Parkplatz gestellt habe, auf dessen Schild irgendwas auf niederländisch stand (was er nicht verstanden hat) und es zusätzlich einen Hinweis auf einen Parkticketautomaten gab (was er verstanden hat). Er zog sich also ein Parkticket, ging an die Arbeit und hatte, als er wiederkam, ein Knöllchen am Auto. Danach hat er wohl die Übersetzung des Schildes gegoogelt und wusste nun, dass er da an dieser Stelle nur mit Sondergenehmigung parken darf. Ergebnis: Ein Knöllchen über 90€. Aua. Das tut echt weh.

Nun hat Herr Y. mich angerufen und mir das erzählt. Ich denke noch „Na klar, das ist schon ein bisschen Bauernfängerei bei ausländischen Autos“ und rate ihm, alles zu fotografieren, denn vielleicht kann man das anfechten. Er druckst etwas rum und ich kapiere nicht ganz, was er will, bis ich ganz direkt frage. Es kommt raus: Er hätte gerne, dass die Firma das Knöllchen bezahlt.

Im Ernst: Echt jetzt?! Ich hab mir schon zigmal im Berufsverkehr Knöllchen für zu schnelles Fahren geholt, und muss die auch selbst zahlen! Meint er: „Ja, aber das ist was anderes, in Deutschland weiß ich ja, wenn ich ein Verbot übertrete, und nehme das in Kauf, wenn ich zu schnell bin… Und das Schild hier hab ich nicht verstanden, weils niederländisch war, und ich bin ja auch nur für die Firma in die Niederlande gefahren…“

Ich komme hier grade ob dieser ernsthaften(!) Forderung echt nicht mehr aus dem Kopfschütteln heraus. Im Ernst: Schützt ne Festanstellung vorm eigenen Denken? Oder bin ich hier die ignorante Chefin und er hat recht mit seinem Anliegen…?

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 15. Oktober 2014 in Allgemein, berufliches

 

Schlagwörter: ,