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Satz mit X

30 Mai

… oder so ähnlich. Seid fast zwei Monaten bin ich in der neuen Firma. Und stelle fest: Der Job liegt mir nicht.

Das ist eine ziemlich bittere Erkenntnis. Auch wenn ich den Schritt nicht bereue, die alte Firma verlassen zu haben. Denn die wurde letzte Woche verkauft, und zum 1.10. wird der hiesige Standort dicht gemacht. Alle drei Geschäftsführer wurden entlassen und wer denn mag, darf nach Millionenstadt umziehen (in unserem alten Standort sind fast nur noch teilzeitarbeitende Mütter, wer wird das wohl tun..?).

Tja, und ich? Ich sitze hier und pendel weiterhin jeden Tag rund 45 Minuten. Zwar hab ich jetzt ein höheres Gehalt als vorher, aber das Ticket muss ich wieder selbst zahlen, und die Gehälter hier sind 13 statt 12, so dass ich im monatlichen Netto schlechter wegkomme als vorher. Die Mediaplanung selbst ist staubtrocken und (für mich) unfassbar langweilig. Kundenkontakt habe ich keinen. Soll allerdings noch kommen, die Agentur stellt grade auf getrennte Planungs- und Kundenberatungsteams um, und ich soll in letzteres kommen. Immerhin.

In meinem Team waren anfangs drei andere Kolleginnen. Eine davon ging nach 4 Wochen in Mutterschutz, deren Nachfolgerin bin ich. Die Teamleiterin geht Ende Juni weg, die Nachfolgerin ist noch nicht da. Die dritte ist ein karriereorientiertes Mädel, die in die Planung gehen wird. Entsprechend bin ich niemandem so richtig zugeordnet.

Die Kollegen sind recht nett (auch in anderen Teams), aber die Lebenswelten sind komplett andere als meine. Ich kann einem Arbeitsbeginn um 9h nichts abgewinnen, wenn ich ein schlechtes Gewissen haben muss, dass ich um 18.30h das Büro verlasse (und dann frühestens um 19.15h daheim bin, wenn alle Züge pünktlich sind!). Und NEIN, ich will und werde mein Privatleben nicht nach der Arbeit ausrichten. Wenn es mir Spaß machen würde, vielleicht. So eher nicht.

Ich muss alles ganz neu lernen (wusste ich vorher), aber sonderlich drum kümmern tut sich keiner – es fühlt sich keiner richtig zuständig. Kein Feedback bisher, kein Lob, nur Hinweise, wenn ich nen Fehler gemacht habe. Grade zermürbt mich das Ganze auf tiefster emotionaler Ebene. Nichts von dem, was ich in den fünf Jahren Berufstätigkeit vorher gemacht habe, nutzt mir hier. Ich fange bei NULL an. Und entsprechend mies fühlt sich das an. Als wäre ich bisher nutzlos durch mein Arbeitsleben gedümpelt.

Alles leidet unter diesem Gefühl, meine Motivation, mein Privatleben. Furchtbar. Ich hätte niemals gedacht, wie stark der Einfluss sein kann, den der Job auf einen als ganze Person haben kann. Aber wie gehe ich weiter vor? Hinschmeißen, was neues suchen? Durchbeißen? Sich damit abfinden? Ich hab ne gute Bezahlung und der Job ist unbefristet. Und in einem Jahr oder so ist ohnehin mal Nachwuchsplanung angesagt… andererseits… sich durch was durchquälen, nur um Sicherheit zu haben? Und im Zweifelsfall kommt es ohnehin wieder anders?

Schöner Mist.

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7 Kommentare

Verfasst von - 30. Mai 2016 in Allgemein, Arbeit, berufliches

 

Schlagwörter:

7 Antworten zu “Satz mit X

  1. Katinka Bell

    30. Mai 2016 at 13:37

    Der Like bedeutet, dass ich dich gut verstehen kann. Ich stehe auch grad an einer Kreuzung und weiß nicht recht wolang…
    egal wie du dich entscheidest, es wird gut sein und dich weiterbringen.

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    • susepedia

      31. Mai 2016 at 12:15

      Danke, Katinka. Es ist alleine schon beruhigend zu wissen, dass es auch anderen Menschen so geht. Ich wünsche auch dir in deiner Situation nur das Beste!

      Gefällt 1 Person

       
  2. Molly L.

    30. Mai 2016 at 13:57

    Och je, das tut mir leid für Dich! Wichtig finde ich, dass man glücklich, zufrieden oder wenigstens neutral auf eine Woche zurückblicken kann. Du musst für Dich selbst entscheiden, wie sehr sich der Job auf Dein Leben und Dich auswirkt. Jobs gibt es viele, Lebenszeit nur einmal.

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    • susepedia

      31. Mai 2016 at 12:19

      Mmmh…. Lebenszeit gibt es nur einmal, da hast du wohl recht. Unter dem Gesichtspunkt, dass ich eh bald Nachwuchs möchte, könnte man natürlich auch sagen „sch… auf das eine Jahr (oder so), danach kommt wichtigeres!“ Nur: Man steigt dann ja auch wieder ein, nach ein oder zwei Jahren. Und dann schon zu wissen, dass man wo einsteigt, worauf man keine Lust hat.. zumal es wegen der weiten Pendelei ohnehin eine ganz andere Frage wäre, ob ich mir nicht sowieso was neues suchen müsste, mehr in der Nähe… in der Stadt brauche ich nicht nach dem Hortplatz Ausschau zu halten, da könnte ich dann auch weiterhin daheim bleiben.
      Ja, ich weiß, ungelegte Eier, aber trotzdem denke ich sowas dann immer mit… oder, wie mein Liebster sagen würde: „Du grübelst zuviel!“

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  3. freiedenkerin

    30. Mai 2016 at 17:44

    Wirklich schöner Mist… Durchbeißen, würde ich sagen – aber ich weiß auch nur zu gut, wie besch…en man sich fühlt, wenn einem der Job nicht gefällt. Und das Privatleben sollte eigentlich unter der Arbeit nicht leiden, wir sind auf der Welt um zu leben…
    Alles Gute und Liebe!

    Gefällt 1 Person

     
    • susepedia

      31. Mai 2016 at 12:22

      Ich danke dir, meine Liebe! Ja, schön wäre es, wenn man Privatleben und Job trennen könnte… Ich glaube, mit einem mäßigen Job könnte ich sogar leben, wenn er für mich bedeutet, ihn 8 Stunden absitzen zu müssen und dann heimgehen zu können. Hier sind es mindestens 45-60 Minuten mehr pro Tag (aus Prinzip, nicht, weil so viel Arbeit da wäre), plus mindestens 1,5h Stunden, die ich durch das Pendeln verliere. Wenn es gut läuft, bin ich 11,5h Stunden aus dem Haus für etwas, was mich nervt und langweilt…

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  4. nandalya

    1. Juni 2016 at 12:03

    Nach dem Studium hatte ich einen guten Job. Aber fast keine Freiheiten mehr. Ich bin nicht die typische Japanerin, die sich aufopfert sondern mag gern eigene Dinge (er)schaffen. Ich denke du bist unterfordert. Und das nervt dich. Mich damals auch. Ich habe dann gekündigt, das war für alle besser. Vielleicht nutzt du deine Zeit, um dein weiteres Leben zu planen und den Plan dann konsequent umzusetzen. Du kannst das!

    Liebe Grüße aus dem Elfenheim

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