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Reiseimpressionen St. Gallen

14 Nov

Die liebe Susepedia kommt mitunter bei ihrem Job recht viel  herum – im Normalfall in Deutschland. Letzte Woche hat mich der Bahnstreik auf voller Linie erwischt. Ich war in Leipzig und Paderborn unterwegs und hatte viel Spaß, wieder nach Hause in meine schnuckelige kleine Großstadt zu kommen. Immerhin – ne Menge Zeit, um Blogs zu lesen…

Diese Woche ging es das erste Mal für mich in die Schweiz – nach St. Gallen. Als Mediävistin bin ich alleine bei der Ankündigung in die Knie gegangen. In der Stifsbibliothek des Klosters St. Gallen – das seit weit über 1000 Jahren nachgewiesen ist – lagern einige mittelalterliche Handschriften von unschätzbarem Wert. Abgesehen davon ist der Baroksaal der Bibliothek wahrscheinlich der schönste Bibliothekssaal der Welt. Wer mehr wissen will: *klick*

Natürlich brauche ich mir, als Germanistin a.D. ohne irgendein noch vorhandenes wissenschaftliches Backup, nicht ernsthaft Hoffnungen machen, mir die Handschriften anschauen zu können, mit denen ich mich im Studium so viel beschäftigt habe. Aber alleine zu wissen, dass die Nibelungenhandschrift B (Codex Sangallensis 857) dort liegt, nur wenige Meter neben mir, sorgsam verwahrt und liebevoll gepflegt… das macht mir echt eine Gänsehaut.

Nachdem Susepedia also gestern ihr berufliches Pflichtprogramm absolviert hat, ist sie heute in aller Hergottsfrühe durch die Stadt gezogen, um die Bibliothek zu besuchen – und was war? Geschlossen. JAHRESRESTAURATION. Vom 10.-30.11.! *gnaaaarf*

Und Berge gabs auch nicht zu sehen. Alles grau in grau – warum werde ich da auch mitten im November hingeschickt? *seufz* Aber immerhin gab es ein paar tolle Impressionen des mittelalterlichen Stadtkerns rund um die Klosteranlange – in der heute übrigens keine Mönche mehr beten und schreiben, sondern die kantonale Regierung und das Gericht ihren Sitz haben.

Immerhin habe ich ein paar Eindrücke dieses wirklich wunderbar erhaltenen Altstadtbereichs einfangen können.

bemaltes Haus Haus zum Mohren Altstadthaus Altstadt 1

Und auch die Stiftskirche selbst – der Kern des Klosterviertels – ist unfassbar beeindruckend. Ich glaube, ich war noch nie in einer derartig reich verzierten Kirche, die wirklich übervoll ist mit Schnitzereien, Bildhauerarbeiten, Malereien, Stuck, Blattgold… und ich habe noch nie einen derartig großen Altarraum gesehen, der den normalen Gläubigen nicht zugänglich ist. Er nimmt die halbe Länge der Kirche ein. Die Größe stammt daher, dass damals im vorderen Bereich die Mönche ihr Chorgestühl hatten, und davon gab es in St. Gallen eine ganze Menge.

Übrigens ist die jetzige Version der Kirche nicht die mittelalterliche, sondern stammt aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Wer mehr wissen will, dem sei das allwissende Wiki anempfohlen. *klick*

Ich hatte das Glück, morgens eine Andacht in der Kirche mitzuerleben, und es war unfassbar, welche Akkustik dieses Gemäuer entfaltete, als etwa 25 Personen im Gestühl ein Kyrie Eleison sangen. Ich möchte nicht wissen (oder doch, sogar sehr), wie es sich anhört, wenn dort das Gestühl voll besetzt ist und die zehn- oder gar zwanzigfache Zahl an Kehlen den Gesang in die hohen Hallen trägt.

Stiftskirche 1  Stiftskirche innen Stiftskirche SäulenStiftskirche große Orgel

Übrigens, um zu profaneren Dingen zurückzukehren: Die schlimmsten Anblicke in dieser Stadt, zu einer Uhrzeit, als noch fast alle Geschäfte geschlossen waren und das Frühstück im Hotel noch auf mich wartete, waren diese Schaufenster:

Confiserie Bäckerei

Mein Fazit der Reise: Um einige Eindrücke reicher und so manchen Franken ärmer. Hat sich aber gelohnt!

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6 Kommentare

Verfasst von - 14. November 2014 in berufliches, Geschichtliches, persönliches

 

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6 Antworten zu “Reiseimpressionen St. Gallen

  1. nandalya

    17. November 2014 at 12:49

    Seit einigen Monaten sind wir auch oft und viel unterwegs. Und Wochenende wie der normale Mo – FR Worker, haben wir nicht. Nur irgendwie schaffe ich es nie auch Bilder zu machen. Entweder ich fahre, oder sitze neben Yuki, um Unterlagen zu sichten. Die Schweiz als Land finde ich schön. Auch, wenn die dort etwas seltsam sprechen 😉 Ich denke im Winter werden wir einige Tage dort verbringen. Das entsprechende Auto vorausgesetzt.

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    • susepedia

      17. November 2014 at 13:08

      Ja, ich bin auch meistens nur mit der Handykamera unterwegs, aber immerhin werden diese Bilder inzwischen in Bezug auf die Qualität vorzeigbar.
      Für mich war das jetzt auch das erste Mal „tiefe“ Schweiz, aber ich komme leider meistens nur auf geschäftsreise so weit rum, und da hat man nach Messen abends selten noch die Energie, sich irgendwas anzuschauen. Zumal wir mit der Bahn reisen und nicht mit schnellen Flitzern. 😉
      Wohin soll es denn im Winter in die Schweiz gehen? Für die meisten Ecken werdet ihr da ja Allrad brauchen. Nicht umsonst fahren da gefühlt 60% Subaru.

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      • nandalya

        17. November 2014 at 13:17

        Wir hatten im Januar ein Wochenende in Obergoms gebucht und waren dort mit dem Allrad Golf R. Es hat uns dort gut gefallen und wir wollen wieder hin. Wir haben noch den Q3. Wenn auch vermutlich nicht mehr lange. Wolf, der leitende Ingenieur der Tuning-Firma, grinst aber immer nur, wenn ich ihn auf einen anderen SUV anspreche. Ich muss mal wieder frech zu ihm sein 😀

        Aber im Ernst: An Allrad-Autos herrscht kein Mangel. Zur Not könnte ich auch einen Nissan SUV bekommen. Den aber nur ohne Tuning. Und das ist dann voll langweilig mit nur 150 Diesel PS.

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  2. freiedenkerin

    18. Dezember 2014 at 15:47

    Meine Empfehlung: Fahr mal nach St. Gallen, wenn dort das Festival der Straßenkünstler statt findet – das ist in der Regel Anfang/Mitte Mai. Die herrliche, historische Innenstadt, und dazu das bunte, lebhafte Treiben, und die vielfältigsten Darbietungen – das ist schlicht und ergreifend sehenswert!

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