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Was ist Rollenspiel? – Gastbeitrag

27 Aug

So, hier kommt er: Der versprochene Beitrag zum Thema „Was stelle ich mir unter Rollenspiel vor?“

Danke an meinen Liebsten für den ersten Gastbeitrag auf meinem Blog. 😉

 

Was ist Rollenspiel?

Weil die Frage aufkam, was denn Rollenspiel ist und wie es funktioniert, will ich mich mal an einer Erklärung versuchen, die allgemein verständlich ist.

Also: Zunächst einmal will ich all jene enttäuschen, die sich jetzt irgendwelche erotischen Phantasien erhofft haben, denn damit hat die Sorte Rollenspiel, die ich hier erläutern möchte, nichts zu tun. Genauso geht es nicht um Rollenspiele, die man z.B. bei Seminaren zu Übungszwecken verwendet, und mit den Spielen, die man auf PC oder Konsole zocken kann, haben sie auch nicht viel gemeinsam, wobei letztere zumindest eine entfernte Verwandschaft erahnen lassen.

Nun, was will ich denn dann erklären?

Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als ihr klein wart und eure Eltern oder Großeltern euch Geschichten vorgelesen haben, die eure Phantasie beflügelten und euch Bilder von Fabelwesen und Helden vor euer geistiges Auge malten? Oder die Welten, die sich in eurem Kopf ausbreiten, wenn ihr ein gutes Buch lest? Wenn ja, habt ihr schon das wichtigste, was man zum Rollenspielen braucht: Phantasie.

Ihr merkt, es geht um Vorstellungskraft, darum, sich in eine andere Welt denken zu können.

Es geht also um ein Spiel, das man sich vorstellt?

Quasi ja. Es geht darum, dass man sich mit ein paar Freunden, üblicherweise 2-5, gemütlich an einen Tisch setzt und spielt. Ohne Computer, ohne Karten, ohne Handy, ohne Fernseher oder Konsole.

Kommen wir zurück zu den geschichtenerzählenden Großeltern. Einer der Freunde ist gewissermaßen der Opa oder die Oma, also erzählt die Geschichte. Man nennt ihn ‚Spielleiter ‚ oder ‚Meister‘ (entlehnt aus dem englischen Wort ‚Game-Master‘). Der Rest nimmt die Rolle der Protagonisten ein, sie sind die Spieler. Wer sich bei den Geschichten seiner Großeltern das eine oder andere Mal gedacht hat: „Wenn ich an der Stelle des Helden wäre, würde ich das ganz anders machen“, der kommt hier auf seine Kosten, denn anders als bei Oma haben die Spieler hier die Möglichkeit, ihre Protagonisten innerhalb der Geschichte des Meisters frei zu bewegen. Das alles funktioniert über erzählen und beschreiben, weshalb man das ganze alternativ auch als Erzählspiel bezeichnen kann.

Wir haben also jemanden, der eine Geschichte erzählt, mehrere andere, die sich darin frei bewegen, und das Ganze muss man beschreiben und sich vorstellen. Da kann doch jeder machen, was und wie er es will… Oder doch nicht?

Man muss dem Ganzen natürlich einen übergeordneten Rahmen geben und der ist abhängig davon, welches der zahlreichen Regelwerke man verwendet. Ja, es gibt Regelwerke, ziemlich viele sogar und sie alle bedienen die unterschiedlichsten Genres, Welten und Vorstellungen. Du willst ein Elb in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt a lá ‚Herr der Ringe‘ sein, kein Problem. Du willst als Jedi-Ritter mit einem X-Wing durch den Weltraum düsen: Auf geht’s! Oder du willst dich vielleicht eher wie Mad Max in einer postapokalyptischen Welt durchschlagen? Dich gepflegt weggruseln bei einem Horrorgenre, wie Susepedia es beschrieben hat? Ein Vampir sein (der nicht besch*ssen glitzert)? Alles ist möglich, zu (fast) allem gibt es das passende System – oder besser Systeme, denn die Auswahl ist in den letzten 10 Jahren regelrecht explodiert.

Man einigt sich also auf ein System, ein Regelwerk, nach dem gespielt wird. Dieses Regelwerk gibt ein Genre vor, eine Welt, in der alles spielt. Und es gibt Mechanismen vor, nach denen die Handlungen der Spieler bemessen werden, denn sonst könnte ja jeder machen, was er will.

Wir haben jetzt also einen Meister, mehrere Spieler und ein Genre/Regelsystem… Und jetzt?

Jetzt passiert folgendes: Der Meister wird sich eine Geschichte einfallen lassen (oder sie kaufen, es gibt vorbereitete, sogenannte „Abenteuer“ von den Herausgebern eines Systems oder von dessen Fans) und den Spielern entsprechend Hinweise geben, welche Sorte von Charakter sie in dem vom Meister erdachten Abenteuer spielen können. Diese Hilfestellung des Meisters ist nicht notwendig, hilft aber ungemein, da der Meister ja weiß, was er die Spieler und somit ihre Charaktere erleben lassen möchte. Welche Charakterarten möglich sind, ist in den Regelbüchern des Systems beschrieben. Bei den meisten Systemen kann man seinen Charakter in einer Art Baukastensystem erstellen.

Was will er? Charakter erstellen? Baukastensystem? Es geht doch um Phantasie!

Richtig, aber damit das Ganze spannend wird, und nicht jeder einfach sagen kann: „Also ich klettere jetzt in 5 Minuten die 200 Meter hohe, senkrechte Felswand ohne Seil hoch, obwohl ich noch nie geklettert bin“ und so der Spaß und der Nervenkitzel für alle erhalten bleibt, wird am Anfang festgelegt, wer, was und wie der Charakter ist und was er alles kann und besitzt. Man erstellt entsprechend den Regeln gewissermaßen ein Portfolio, ein Charakterblatt der Figur, die man im Spiel verkörpert, und die Auskunft über die Fähigkeiten und Talente der Figur gibt. Man gibt an, wie der Charakter aussieht, wie stark, schön oder klug er ist, ob er ein Mensch/Elf/Zwerg/Ork ist, was er kann und was er nicht kann. Diese Erstellung kann, je nach System, zwischen einer halben Stunde und 3-4 Stunden dauern. Klingt lange, ich weiß, aber je besser man einen Charakter ausarbeitet, desto besser kann man sich in ihn hineinversetzen und den übrigen Spielern die Eigenheiten dieser Figur beschreiben, ihr also gewissermaßen Leben einhauchen.

Wenn diese Etappe gemeistert ist, kann es quasi losgehen.

Man gestaltet das Ambiente am Spieltisch entsprechend, also wird man, wenn man sich durch eine Mittelalter-Fantasywelt bewegt, Kerzen anzünden, entsprechende Hintergrundmusik wählen, um die Atmosphäre zu unterstützen, vielleicht sogar passende Knabbereien anbieten.

Ein Szenenbeispiel:

Meister: „Es ist ein kalter Herbstmorgen, ihr (die Charaktere) hört das von Raureif überzogene Gras unter euren Füßen knirschen, als ihr über die weißbehaubte Wiese lauft. Der Wind wirbelt welke Blätter von den Bäumen, die sich entlang der gepflasterten Staße aufreihen, auf die ihr euch zubewegt.“

Spieler (möchte, dass sein Charakter schaut, ob vorher schon jemand oder etwas die Wiese überquert hat und wenn ja, um wen oder was es sich handelt): „Ich schaue mich um und suche nach Spuren im Gras (der Spieler beschreibt meist aus der Ich-Perspektive seine Handlungen).“

Meister: „Würfel mal eine Probe auf ‚Spurenlesen‚.“

WAS? Würfel? 

Nächste Erklärung: Um eine relevante Aktion des Charakters auf Erfolg zu überprüfen, sind drei Dinge nötig: Die Fertigkeit des Charakters, eben jenes Vorhaben durchzuführen, ein regeltechnischer Wert (also eine Zahl, die angibt, wie gut man in der Fertigkeit ist) und ein Würfel.

Der Würfel ist das Quäntchen Zufall, das man auch aus dem normalen Leben kennt. Nur weil jemand gut kochen kann, kommt es vor, dass er einmal ein Gericht versalzt o.ä. Je besser man jedoch etwas kann, desto seltener passiert ein Missgeschick.

Kurz noch zu den Würfeln: es gibt 4-, 6-, 8-, 10-, 12- und 20-seitige Würfel. Ja, das meine ich ernst. Es ist abhängig vom verwendeten System, welche dieser Würfel Verwendung finden und ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Aber zurück zur Probe.

Wir nehmen an, der Charakter hat einen Wert in ‚Spurenlesen‚ von 12 (das steht auf seinem Charakterblatt) und wir nehmen an, das System arbeitet mit einem 20-seitigen Würfel. Desweiteren nehmen wir an, dass es dem Spieler gelingen muss, mit dem Würfel seinen Wert zu unterbieten, um erfolgreich zu sein. Und nehmen wir an, er würfelt nun eine 8. Damit hätte er die Probe erfolgreich geschafft und teilt das dem Meister mit. Dieser würde nun beschreiben, ob und was der Charakter erkennen kann, was je nach Umgebung oder aktuellem Vorhaben des Charakters (vielleicht verfolgt er jemanden) sehr hilfreich sein kann.

So oder so ähnlich verhält es sich in den meisten Situationen, wenn der Charakter Dinge tun oder kämpfen möchte. Es klingt in der Theorie wesentlich schwieriger, als es tatsächlich ist. 😉

Konversationen, die im Spiel zwischen den Charakteren oder dritten Personen (die in diesem Fall alle vom Meister gesprochen werden) stattfinden, werden entweder beschrieben: „Ich gehe zu dem Händler und frage ihn, ob er frisches Obst hat…“ oder direkt geführt: „Seid gegrüßt, werter Herr. Sagt, hab Ihr ein paar schmackhafte Äpfel anzubieten?“ Der Meister würde entweder beschreiben, was der Händler hat, oder direkt „in dessen Person“ antworten. Und so setzt sich die Geschichte in Gang…

Uff… Das war jetzt ganz schön viel. Aber kürzer ist es kaum möglich, eine adäquate Beschreibung von dem zu liefern, was man bei einem Rollenspiel so tut. In einem Gespräch erklärt es sich leichter. Aber warum treibt man diesen Aufwand überhaupt? Wozu die ganze Arbeit, das Regelgelese, Charaktergeschreibe etc.?

Nun, das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden…

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16 Kommentare

Verfasst von - 27. August 2014 in Pen-and-Paper-Rollenspiel, persönliches

 

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16 Antworten zu “Was ist Rollenspiel? – Gastbeitrag

  1. Molly L.

    27. August 2014 at 11:15

    Danke für diesen sehr interessanten Beitrag!
    Ja, das klingt wirklich kompliziert!
    Hm… Aber: Wie läuft denn das genau? Der Meister erzählt was und dann habe ich einen Einfall: Hebe ich dann die Hand? Oder muss ich vom Meister aufgefordert werden, etwas zu sagen/tun? Wie schafft man es, dass alles der Reihe nach geht? Und: Wann ist das Spiel zu Ende? Ich meine: Gibt es immer eine „Mission“ zu erfüllen oder so? Gibt es nie Streit? Fragen über Fragen, aber ich bn einfach neugierig!

    Keineswegs möchte ich diese Leidenschaft abwerten; nur zum Besseren Verständnis meinerseits hier ein (vielleicht unpassender?) Vergleich:
    Ist das ein Bisschen so, wie wenn man als Kind „Vater-Mutter-Kind“ gespielt hat? Also: Rolenverteilung, dann sagt ein Kind resolut: „Hey, Du musst jetzt auf Arbeit fahren!“ und so.
    Äh… Kann man das so irgendwie vergleichen?

    Liebe Grüße,
    Molly

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    • Liebster

      27. August 2014 at 13:46

      Kein Problem, ich erkläre mal weiter:

      Der Meister beschreibt die Umgebung, die Personen mit denen die Spieler interagieren (und spricht diese auch). Außerdem gibt er Hinweise auf Dinge, die für das Abenteuer relevant sind und die Spieler müssen sich die Lösung erarbeiten, sei es durch Kampf, Intrige oder Knobeln, das hängt vom Abenteuer ab.
      Es gibt in sich geschlossene Abenteuer wie zB. ‚Holt das magische Schwert aus der verlassenen Katakombe‘.
      Hier müssen die Charaktere Vorbereitungen für die Reise treffen, Informationen über das Artefakt und den Aufenthaltsort einholen, um die Eventuellen Gefahren einschätzen zu können und schließlich dort hinreisen und sich mit den Widrigkeiten auseinandersetzen.
      Das Abenteuer ist zu Ende, wenn sie das Schwert haben, oder es auf Grund von Fehleinschätzungen oder Entscheidungen vermasseln.
      Es gibt auch die Möglichkeit der Kampagne, bei der mehrere Abenteuer eine große Geschichte erzählen und die einzelnen Abenteuer als Teiletappen fungieren.
      Die Charaktere werden nicht für jedes Abenteuer neu erstellt, sondern erhalten nach deren Abschluss Erfahrungspunkte, mit denen sie ihre Fertigkeiten verbessern können.
      ‚Gewinnen‘ tut man alleine den Spaß beim Spiel, man beendet ein Abenteuer oder eine Kampagne, aber als ‚gewinnen‘ bezeichnet das keiner;-)
      Für Ordnung sorgt der Meister und ein gesundes Sozialverhalten und gegenseitige Rücksichtnahme der Spieler. Wenn jemand gerade sehr detailliert beschreibt, wie er einen Bogen anfertigt, wird ihn niemand unterbrechen, weil er dringend ein Bier in einer Taverne bestellen will.
      Es ist auch die Aufgabe des Meisters, darauf zu achten, dass alle Spieler gleichermaßen in das Geschehen eingebunden werden.
      Aber es kann auch mal chaotisch werden, meist wenn gekämpft wird, weil jeder ne unglaublich gute Idee hat, oder bei irgendwelchen Rätseln. Streit gibt es natürlich auch, wobei die Frage ist, ob sich die Figuren im Spiel streiten, oder die Spieler am Tisch.
      Ersteres ist halt so und wird ausgespielt, was oft zu sehr coolen Szenen führt. Zweiteres ist eher unschön. Im Normalfall versucht man, die Diskussion auf nach dem Spielabend zu verschieben.
      Man merkt also direkt, der Meister hat den schwierigsten Job am Tisch.
      Weitere Fragen?
      ‚Für Rechtschreibfehler mache ich mein iPhone verantwortlich‘
      Lg. Liebster

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    • susepedia

      27. August 2014 at 14:10

      Hey Molly, das mit dem „Kinderspiel“ ist gar kein so unpassender Vergleich. Allerdings nicht fürs Pen-and-Paper-Rollenspiel, sondern für eine andere Art davon: Liverollenspiel. Aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. 😉

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  2. nandalya

    27. August 2014 at 14:20

    Ich bin vor Jahren in einer illustren Runde gelandet, die „Das Schwarze Auge“ spielten. Aber bei aller Fantasie meinerseits, das war mir dann doch zu zeitintensiv. Yuki und ich haben aber MMOPRG, wie World of Warcraft ausprobiert. Auch das nur stundenweise und nie sehr lang.

    Auf einem Mittelaltermarkt bin ich ein Gruppe von Rollenspielern begegnet, die Fiktion mit realen Szenen mischten. Ich fand die Kostüme und Rüstungen gut. Auch die Idee dahinter. So hat jeder sein Hobby und auch das ist gut. 🙂

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    • susepedia

      27. August 2014 at 15:49

      Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich die Welt rund um das Thema „Rollenspiel“ entwickelt und wie schnell neue Dinge entstehen. WoW habe ich auch lange gezockt, aber tatsächlich war es das, was mir irgendwann zu zeitintensiv wurde. Pen and Paper hat den großen Vorteil, dass man es nicht regelmäßig spielen muss, wenn die Zeit es nicht zulässt. Auch wir spielen, zusammen mit Xenia, eine DSA-Runde, deren zwei andere Mitglieder 150km entfernt wohnen. Da wird eben nur alle 6-8 Wochen gespielt, und man verbindet das mit einem schönen Wochenende, bei dem es dann keineswegs nur um das Spielen geht.
      Und das, was du auf dem Mitelaltermarkt getroffen hast, waren garantiert Liverollenspieler – next level sozusagen. 🙂

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  3. Molly L.

    27. August 2014 at 23:47

    Also, diese Live-Rollenspiele, Mittelaltermarkt etc. verstehe ich, macht sicher Laune! Aber das hier so „am Tisch“? Irgendwie verstehe ich das Ganze noch nicht so Recht! 😦
    Also: Wie viel Zeit bekomt jeder Spieler maximal? Wie wird geregelt, wer dran kommt, wenn mehrere sprechen wollen? Und: Wie vermeidet man, dass zB dadurch, dass einer Durst hat, auf Toilette muss etc., dass der Spielfluß unterbrochen wird? Oder wird das einfach eingebaut? Och Mensch, das klingt echt, als würde es riesigen Spaß machen, nur irgendwie fehlt da noch das *klick* bei mir…

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    • susepedia

      28. August 2014 at 8:33

      Hey Molly, tatsächlich darfst du dir das ganze weniger als strenges Spiel vorstellen, sondern wirklich eher wie einen gemütlichen Abend. Die Leute unterhalten sich (eben „im Spiel“) und meistens sind alle Gruppenmitglieder ja auch an einem Ort, weil sie irgendwas zusammen machen. Und wie der Liebste schon sagte, der Meister muss darauf achten, dass nicht ein Spieler alleine das Spiel dominiert und an sich reißt. Aber natürlich gibt es zwischendrin Situationen, wo einer mit dem Meister was ausspielt und die anderen Leerlauf haben. Die meisten hören dann still zu, denn idealerweise sollten Spieler und Meister ja auch lebhaft und anschaulich sprechen. Oder man spielt (leise!) was mit anderen Spielern aus oder nutzt die Zeit, um Kaffee zu holen, was zu knabbern, aufs Klo zu gehen… Xenia und ich z.B. sind Nebenbei-Handarbeiter. Wir müssen immer was zu fuddeln haben und zeichnen, sticken oder nähen nebenbei. Solange man trotzdem noch am Spiel aktiv teilnimmt, ist das auch kein Problem.
      Aber natürlich bekommt man über die Jahre ein Gespür dafür, mit wem man gut spielen kann, und wessen Stil einen eher stört. Xenia und wir sind absolute Ambiente-Spieler, wir lieben es, genau zu beschreiben, was wir tun, und unseren Mitspielern ein mögilchst genaues Bild von unseren Charakteren zu zeichnen. Manchmal spielen wir 3 Stunden, ohne dass ein einziger Würfel fallen muss, weil wir nur reden und agieren, ohne etwas zu tun, dass man mit einer Probe überprüfen muss. Klar gibt es Leute, die sich langweilen, wenn nicht nach fünf Minuten die ersten Orkhorden auf die Gruppe einstürmen. Und die dann maulig werden, wenn mal ne Weile nichts für ihren bis an die Zähne bewaffneten Barbaren zu tun ist. Aber tatsächlich merkt man schnell, ob man mit solchen Leuten kann oder nicht, und setzt die Runden dann entsprechend zusammen. Und nicht jeder spielt jedes Setting gerne. Ich z.B. nicht kein großer Freund von Endzeit-Szenarien.

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  4. Liebster

    28. August 2014 at 8:42

    Hihi, also:
    Mit der Redezeit ist es im Grunde genommen wie bei einem normalen Abend, an dem man sich mit Freunden trifft und redet/ diskutiert. Der eine redet mehr, der andere weniger, Macher hat mehr Ideen, der nächste denkt sich gerne tief in Themen rein und ist viel ruhiger, als der Rest, gibt aber sehr qualifizierte antworten und der nächste laut dir das Ohr ab. Dort regelt sich der Gesprächsfluss ja quasi von selbst und beim Rollenspiel is es prinzipiell genau so, nur das von Zeit zu Zeit der Meister eingreift, fals ein Spieler sehr ruhig ist.
    Es ist auch sehr von der Szene abhängig, wie viel geredet wird. Abends in der Taverne wird meistens mehr besprochen, als bei einer wilden Verfolgungsjagd. Dort wären eher regeltechnischer Ansagen relevant, die aber relativ kurz und prägnant sind.
    Die Einzige Situation, bei der die Reihenfolge tatsächlich Bedeutung hat, ist der Kampf, aber dafür gibt es Werte (Zahlen) die bestimme, wer wann dran ist.
    Und den Gang zur Toilette kann man im Gunde einbauen, wie man will. Entweder der Charakter geht auf’s Klo, oder man geht so und lässt sich danach kurz erzählen, was war (macht man, wenn man die aktuelle Szene nicht so spannend findet oder nicht mitreden möchte) oder man hält das Spiel kurz an, dann fällt den übrigen meistens auch auf, dass sie mal müssen.
    Es ist kein Problem, sich für 3-5 Minuten aus dem Spielfluss herauszuziehen oder das Spiel an beliebigen Stellen zu unterbrechen, jeder weis ja, was er gerade gemacht hat.

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  5. Molly L.

    28. August 2014 at 9:56

    Danke für Eure ausführlichen Antworten! Wahrscheinlich muss man das einfach mal mitmachen, learning by doing und so! Klingt wirklich alles seeeehr interessant!
    Gebt mir so 17, 18 Jahre, bis die Kinder aus dem Haus sind, dann komm ich mal rum und spiele mit! 😉 🙂

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    • susepedia

      28. August 2014 at 10:25

      Ach Schnickschnack, es gibt genug zockende Eltern. Kinder ins Bett und ab ins Wohnzimmer. Alternativ bei den Älteren: Zuhören lassen. Natürlich dann nur jugendfreie Abenteuer. 😉

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  6. Curima

    17. November 2014 at 12:46

    Huhu,
    ich bin über Mollys Blog hier gelandet und freue mich, dass mal wieder jemand mein liebstes Hobby Rollenspiel der Welt näherzubringen versucht 🙂
    Molly, so kompliziert ist das übrigens auch gar nicht. Aber das ist so eins der Dinge, die man glaub ich einfach mal probieren muss, weil sie ganz schwer theoretisch zu erklären sind.
    Spielen kann man sie übrigens mittlerweile auch online, über Google Hangouts oder per Skype oder Teamspeak. Ist nicht so ganz das selbe wie am Tisch, aber halt eine Möglichkeit, wenn man nicht die Zeit hat, sich regelmäßig zu treffen oder keine Gleichgesinnten in der Nähe findet.
    Inzwischen gibt es übrigens auch einige Runden, die ihre Spielsitzungen aufzeichnen und online stellen, so dass man da mal zuschauen kann. Ich weiß grad nicht, ob man hier verlinken kann in den Kommentaren, aber man google einfach mal „Table Top Dragon Age“ (Wil Wheatons ohnehin sehr zu empfehlende Spiele-Show, hier speziell die Episode, in der sie mal ein RPG spielen; englischsprachig) oder „Orkenspalter TV Let’s Play Wächter des Imperiums“ (mehrteilige Videoserie, deutschsprachig).

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    • susepedia

      17. November 2014 at 13:05

      Hallo Curima, es freut mich, neue Leser hier zu begrüßen, herzlich willkommen! Vielleicht gefällt dir ja auch der eine oder andere Beitrag zum Thema Larp. 🙂 Den Tipp zu der Show von Wil Wheaton werde ich auch mal nutzen. Im Grunde schon lustig, dass ausgerechnet das obernerdige Wunderkind aus Star Trek TNG jetzt als reale Person in dieser Sparte gelandet ist. 😀

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      • Curima

        17. November 2014 at 13:09

        Hehe, das stimmt. Herr Wheaton ist ja sozusagen der König der Nerds 😉 Aber ich finde ich ziemlich sympathisch. Die Table Top-Sendung ist übrigens ziemlich cool, ich hab da schon einige Spiele gesehen, die ich danach auch gern probieren wollte. Und guck auf jeden Fall die Fiasco-Doppelfolge, die ist großartigst. (Fiasko übrigens auch, grad auch für Rollenspieler. Falls du das nicht eh schon kennst.)
        Angeblich plant Herr Wheaton übrigens auch eine neue Webshow nur für RPGs, wenn man einem Foto von neulich trauen darf, das er getwittert hat *g*.

        Ich werd auf jeden Fall dein Blog weiterverfolgen – LARP ist zwar nicht soo mein Fall (war es bisher jedenfalls nicht, als ich es mal versucht habe), aber schicke Klamotten gucken geht immer *g*. Naja, und falls es dich interessiert, drüben in meinem Blog (Xeledons Spiegel) labere ich gelegentlich auch über Rollenspiel 🙂

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      • susepedia

        17. November 2014 at 13:21

        Oh, ich habe es grade gesehen. Ein DSAler, sehr schön! *grins*
        Auf unserer letzten Con haben wir einen unfassbar gut gespielten Tulamiden getroffen, von Kleidung über Ausrüstung und Waffen bis zum Habitus wahnsinnig toll umgesetzt. 🙂
        Es freut mich, wenn du mein Blog weiterverfolgen willst. Ich denke, in der nächsten Zeit werden noch ein paar neue Klamotten folgen, wenn der schnöde Alltag zu Weihnachten hin langsam wieder ruhiger wird…

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      • Curima

        17. November 2014 at 13:24

        Oh, die Reaktion „sehr schön“ hört man aber selten, wenn man sagt, dass man DSA spielt *g*. Meistens kommen da eher entsetzte Blicke…
        Eigentlich find ich LARP auch echt spannend, es gibt ja sogar verstärkt DSA-LARPS…aber ich bin echt kein Fan davon, irgendwo im Zelt zu schlafen (sagen wir – mein Rücken ist kein Fan davon…) und die Klamotte kostet halt auch viel Geld und/oder Zeit.
        Aber dann bin ich schon gespannt auf die neuen Nähereien 🙂

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